FORMAT: Wolfgang Rieger seit Ende 1993 in dubiose Finanztransaktionen verwickelt Ut.: Masseverwalter klagt Vorstand, Aufsichtsrat und Wirtschaftsprüfer der Pleite-Bank

Wien (OTS) - Per 23. März 1999 haben im Konkurs der Rieger Bank AG insgesamt 1263 Personen Forderungen von 1,502 Milliarden Schilling angemeldet. Der Masseverwalter hat bereits 874 Millionen anerkannt. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Samstag erscheinenden Ausgabe.

FORMAT zitiert aus der Konkursakte der nach Flucht und Verhaftung des Privatbankiers Wolfgang Rieger im November des Vorjahres in den Konkurs geschlitterten Bank. Demnach finden sich in der Akte neue Ermittlungsanssätze gegen den im Februar zu achteinhalb Jahren verurteilten Rieger. So hat eine Investmentgesellschaft namens Cranstal Resources mit Sitz auf der britischen Kanalinsel Isle of Man eine Forderung von 126,2 Millionen Schilling angemeldet. FORMAT zitiert den Frankfurter Rechtsanwalt Frlorian Wolff, der die Gesellschaft vertritt, mit den Worten: "Aus der Aktenlage ergibt sich, daß Herr Rieger zumindest seit Ende 1993 in dubiose Geschäfte mit sogenannten Bankgarantien verwickelt war."

Aus einer FORMAT vorliegenden Sachverhaltsdarstellung des Anwaltes geht hervor, daß Anfang Dezember 1993 zehn Millionen Dollar französischer Anleger von der Cranstal Resources Ltd. auf das Rieger-Bank-Konto 980108-002 in Wien überwiesen wurden. Anschließend floß das Geld auf ein Konto einer Gesellschaft in Houston in den USA. Die rechtmäßigen Eigentümer des Geldes haben Wolfgang Rieger bereits 1994 vor dem Handelsgericht Wien geklagt. Riegers Scheingeschäft ist auch in einem seit drei Jahren laufenden Strafprozeß im kalifornischen Orange County Prozeßgegenstand.

In der Gläubigerliste der Rieger-Insolvenz scheint laut FORMAT mit einer Forderung von 16,3 Millionen Schilling auch der ehemalige Fußball-Legionär Branko Oblak auf. Staatsanwalt Ronald Schön, dessen Anklage Rieger im Februar eine unbedingte Haftstrafe von achteinhalb Jahren beschert hat, hat eine fertiggestellte Anklageschrift, die Wolfgang Rieger die Unterschlagung von weiteren 32 Millionen bezichtigt, vorerst zurückgestellt.

Laut FORMAT wird Rieger-Masseverwalter Klemens Dallinger gegen den Ex-Vorstand der Bank, Siegfried Machatschek, eine Klage wegen mangelnder Ausübung seiner Kontrollfunktion einbringen. Sicher ist auch, daß der langjährige Wirtschaftsprüfer der Bank, Walter Türke, von Dallinger mit einer Schadensersatzklage bedacht wird. FORMAT zitiert Türke mit den Worten: "Dallinger weiß offenbar nur noch nicht, welchen Betrag er pro Bilanz bei mir einfordern will." Laut FORMAT wird der Masseverwalter auch den Aufsichtsrat der Bank, mit Ex-Aufsichtsratschef Hannes Androsch an der Spitze, klagen.

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