Medienkompetenz statt Fernsehverbot

Neue Beratungsstelle und Medienenquete der NÖ Landesakademie

St.Pölten (NLK) - Eltern und Kinder zu beraten und ihnen ein
Forum zu bieten, wo sie ihre Rechte und Erwartungen an die Medien formulieren und einfordern können, das ist eines der Ziele der "Allianz für Medienkompetenz", die seit kurzem als medienpädagogische Beratungs- und Kooperationsstelle an der NÖ Landesakademie angesiedelt ist.

"Wenn es um Medienpädagogik geht, ist jeder gefragt und jeder gefordert", ortet Dr. Ingrid Geretschläger, wissenschaftliche Leiterin der neuen Beratungsstelle, allgemeinen Handlungsbedarf. Denn Medienkompetenz könne nur im Dialog und in Allianz zwischen Politikern, Produzenten, Pädagogen, Eltern und Medienkonsumenten entwickelt werden. Dieser Dialog und das Thema "Kindgerechte Medienzukunft - (K+)ein X für ein O" stehen am Mittwoch, 7. April, ab 9.30 Uhr auch im Mittelpunkt einer Enquete der NÖ Landesakademie in St.Pölten.

Wer heute zwölf Jahre alt ist, hat rund 14.000 Mal Mord und Totschlag erlebt, ungezählte Schlägereien und Quälereien. Viele Eltern und Erziehungsberechtigte sind schlichtweg überfordert, wen sie versuchen, Medien für ihre Kinder sinnvoll ins Leben einzuordnen. Hier möchte die "Allianz für Medienkompetenz" ansetzen und helfen:
durch Elerninformation, Beratung, Orientierungshilfen mittels Empfehlungslisten, Medienerziehung an Schulen und Kindergärten sowie durch die Förderung und Auszeichnung medienpädagogischer Arbeit.

Kontroll- und Vorsorgemaßnahmen seitens der Eltern oder Programmgestalter wie Verbote, Kennzeichnung oder Superchips, die das Fernsehgerät abschalten, wenn es brutal wird, sind nach Projektleiterin Geretschläger zwar gut gemeint, reichen aber nicht aus, um Kindern einen kritisch-reflektierenden, selbstbestimmten und verantwortungsbewußten Umgang mit Medien zu erlernen. "Auch die derzeitige Programmkennzeichnung - seit nunmehr 100 Tagen - des ORF mit den Symbolen ‚X‘ und ‚O‘ ist daher bestenfalls ein erster Schritt, der aber dem Problem nicht gerecht wird", so Geretschläger.

Im Rahmen der Enquete werden auch die Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Befragung zum Thema Jugendschutz und Medien in Österreich präsentiert.

Nähere Informationen gibt es bei der NÖ Landesakademie, Öffentlichkeitsarbeit, Telefon 02742/294-7403.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: 02742/200/2180

Niederösterreichische Landesregierung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK/NLK