Michael Neumann tot (2)

Ärztepräsident war konsequenter Verfechter ethischer Werte, Qualitätssicherung in Gesundheitsversorgung Hauptanliegen -Schwerpunkte Rufbereitschaft und Gruppenpraxen

Wien (OTS) - Der österreichische und Wiener Ärztekammerpräsident starb Mittwoch Abend in Wien. Er war ein konsequenter Verfechter zeitloser ethischer Werte. Der Arzt habe sich an den Bedürfnissen und Wünschen seiner Patienten auszurichten und nicht an kollektiven Ansprüchen oder politischen Vorstellungen. Diesem Grundsatz unterwarf sich Neumann auch höchstpersönlich in seinem Berufsleben. Bereits krank und geschwächt, sah er als Primarius am Pulmologischen Zentrum der Stadt Wien immer wieder die Notwendigkeit, seine Patienten persönlich zu betreuen. Noch in den letzten Wochen trat Neumann wiederholt für eine humane Sterbebegleitung ein und widersetzte sich damit vehement politischen Bestrebungen zur Einführung der aktiven Euthanasie.

Die besondere Sorge des überzeugten Humanisten galt der Ärzteausbildung und der Qualitätssicherung in der Gesundheitsversorgung, deren Nachrangigkeit er in den aktuellen Diskussionen über die Kosten des österreichischen Gesundheitssystems befürchtete. In Erinnerung ist sein Kampf um die durchgehende Anwesenheit kompetenter Fachärzte in den Spitälern und zur Verhinderung der ärztlichen Rufbereitschaft in der Nacht und an Wochenenden. Sein Motto: "Der Patient hat gerade im Spital ein Recht auf sofortige ärztliche Hilfe - schickt man die Ärzte in Rufbereitschaft, werden die Patienten gefährdet!"

Der engagierte Lungenfacharzt setzte sich über Jahrzehnte für die Liberalisierung und Modernisierung des österreichischen Gesundheitssystems ein. Mit Überzeugung betrieb er die Durchsetzung von Gruppenpraxen, was schließlich mit Hilfe eines Erkenntnisses des Verfassungsgerichtshofes gelang. Die Einführung dieser neuen Formen der ärztlichen Zusammenarbeit in die tägliche Praxis konnte der verstorbene Ärztepräsident allerdings nicht mehr erleben. (Fortsetzung)

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