Neues aus Salzburg: Pereira skizziert Konzept für Festspielführung Rudas für Ablöse Rabl-Stadlers

Wien (OTS) - Neues zur derzeit ungeklärten Situation der
Salzburger Festspiele ist in der morgen erscheinenden Ausgabe des Wochenmagazins NEWS nachzulesen. Das Procedere scheint festzustehen:
Eine Findungskommission soll bis Juli, spätestens bis Herbst Mortiers Nachfolger gefunden haben. Das bestätigen die zuständigen Politiker Schausberger, Wittmann und Schaden.

Ein Konflikt bahnt sich um Präsidentin Rabl-Stadler an. Wittmann will bekanntermaßen das gesamte Direktorium austauschen, SPÖ Geschäftsführer Rudas wendet sich in NEWS speziell gegen Rabl-Stadler: "Laut Mortier hat sie vor der letzten Kuratoriumssitzung eine VP Fraktionsbesprechung abgehalten, um ihre Kollegen politisch zu überfahren. Eine schlechtere Performance ist nicht vorstellbar. So führt man Festspiele nicht.

Für Rabl-Stadler votieren hingegen Schausberger (der die Konspirativität des Treffens dementiert) und SP-Bürgermeister Schaden. Sie überlegen sogar eine Verkleinerung des Direktoriums, wobei zum künstlerischen Leiter ein Geschäftsführer mit Präsidentenagenden und der Aufsicht über eine neu zu schaffende Marketing-Abteilung käme.

Der als Nachfolgefavorit für die Intendanz geltende Zürcher Operndirektor Alexander Pereira skizziert derweil im NEWS-Interview seine Vorstellungen von der Führung eines Festivals. Pereira: Er sei nicht gefragt worden und mache sich daher über Salzburg keine Gedanken. "Aber wenn einem das berühmteste Festival der Welt angeboten wird, setzt man sich auf seinen Hosenboden und denkt nach."

Pereira im Detail:

o Die derzeitige Salzburger Führungsstruktur sei kontraproduktiv. "Es ist für mich selbstverständlich, daß man nur mit völliger künstlerischer Autonomie einen Intendanzenposten antritt."

o Festspiele seien wie "eine ständig wechselnde Ausstellung. Mit Ausnahme Mozarts, der dort ständig präsent sein muß, müssen Sie eine Barockausstellung ebenso zeigen wie eine moderne Ausstellung. Sie könne sogar jedes Jahr mit einer neuen Idee anfangen."

o Die Moderne müsse ihren Platz behaupten. "Man müßte, wie in Zürich, alle zwei Jahre einen Opern-Kompositionsauftrag vergeben und in den Jahren dazwischen die klassische Moderne zeigen."

o Die Regie darf nicht dominant werden: "Das Ziel muß sein, die besten Dirigenten, die besten Regisseure und die besten Sänger zusammenzubringen. Man darf wegen der Regie weder Kompromisse bei Dirigenten noch bei Sängern machen."

o Salzburg müsse als Opern-, Konzert-, "vielleicht einmal Ballett-. und Schauspiel-Festival verstanden werden. Ein eigener Schauspielverantwortlicher ist jedenfalls nötig.

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