Museum für Alltagsgeschichte in Neupölla:

Nach Ausbau Sonderausstellung über Geschichte des Hauses

St.Pölten (NLK) - Kaum jemand aus der älteren oder jüngeren Generation weiß heute, wie etwa Orangeadeflaschen oder Papiertaschentücher im Jahr 1937 ausgesehen haben. Kaum jemand kann sich erinnern, wie ein Radioprogramm in diesem Jahr aussah. Das Museum für Alltagsgeschichte in Neupölla hat sich zunutze gemacht, daß gerade solche Alltagsgegenstände sehr aussagekräftig sind für grundlegende Veränderungen in den österreichischen Haushalten seit den dreißiger Jahren und deshalb als museale Dokumentation von besonderem Interesse sind. 1997 war das "Erste Österreichische Museum für Alltagsgeschichte" in Neupölla eröffnet worden, 1998 wurde die Ausstellungsfläche durch einen Dachbodenausbau wesentlich vergrößert.

Jetzt wird in einer Sonderausstellung, die ab 1. Mai zu sehen ist, das Museumsgebäude selbst als besonders signifikantes Beispiel des Wandels in der Alltagskultur vorgestellt: "Neupölla 10, ein Haus und seine Bewohner" widmet sich der Geschichte des Museumsgebäudes. Es war seit 1960 unbewohnt, bis es zum Museum umfunktioniert wurde. Mit Hilfe der Wiener Verwandtschaft der Besitzer wurde eine Dokumentation aufgebaut, die die Geschichte dieser Familie seit 1752 beleuchtet. Im Mittelpunkt dieser Ausstellung steht jedoch die Generation der um 1870 in Neupölla geborenen fünf Schwestern, von denen eine in Wien einen böhmischen Gastwirt heiratete. Parallel zur Familiensaga wird auch die politische Entwicklung skizziert, daneben gibt es eine reichhaltige Sammlung von Dokumenten zur Volksfrömmigkeit, Wallfahrtsandenken der Jahrhundertwende und Andenken an eine Romreise im Jahr 1925. Die Familiengeschichte bietet auch einen historisch-geistesgeschichtlichen Überblick vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Atomzeitalter. In drei Raumkojen lernt man detailreich die Wohn- und Alltagskultur der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kennen.

Das Museum hat sich auch sonst einiges vorgenommen: Vom 6. Mai bis 11. Juni gastiert das NÖ Landesmuseum mit der Ausstellung "Gewürze", vom 15. August bis 3. Oktober werden unter dem Titel "Waldviertler Heimat-Bilder" Zeichnungen und Aquarelle aus dem "Döllersheimer Ländchen" zum Zeitpunkt der Enteignung im Jahr 1938 gezeigt, zwei weitere Vorträge am 21. August und 25. September befassen sich mit "Entweihte Heimat - zerstörte Kultur" und "Vor 60 Jahren begann der Zweite Weltkrieg".

Das Museum ist vom 1. Mai bis 26. Oktober an jedem Sonn- und Feiertag von 14 bis 16.30 Uhr geöffnet, für Gruppen nach telefonischer Anmeldung (02988/620 oder 6657) auch zu anderen Zeiten.

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