Die Zinsstruktur im internationalen Vergleich - Schätzungen mit dem OeNB-Modell - in der Publikationsreihe "Berichte und Studien", Heft 1/1999, erschienen.

Wien (OTS) - Aktuelle Informationen über die Zinsstruktur
in den bedeutendsten Volkswirtschaften stellen eine
wesentliche Grundlage für den geldpolitischen
Entscheidungsprozeß dar. Zinsstrukturkurven bilden die Zinserwartungen ab. Darüber hinaus können sie für Inflations-
und Outputprognosen benützt werden. Die Verwendung einer einheitlichen Methode zur Bestimmung der Zinsstruktur ist vor
allem notwendig, um internationale Vergleiche vornehmen zu
können. Die Arbeit beschreibt das von der OeNB zur Schätzung
der Zinsstruktur entwickelte und verwendete Modell. Empirische Ergebnisse für den Zeitraum 1993 bis 1998 werden neben
Österreich für Deutschland, das Vereinigte Königreich, die USA und Japan präsentiert.

Die wichtigsten Ergebnisse der Analyse mit dem neuen Modell können wie folgt zusammengefaßt werden: Für Österreich und Deutschland liegt von 1993 bis etwa Mitte 1994 eine inverse
bzw. flache Zinsstruktur vor. Die langfristigen Zinsen fallen
in beiden Ländern seit Ende 1994 fast monoton, wobei der
Zinsspread bis Ende 1996 zu- und ab 1997 wieder abgenommen
hat. Ein ähnlich uneinheitliches Verhalten der Zinsstruktur
findet man im Vereinigten Königreich, wo seit etwa Mitte 1997
bis zum Ende des Untersuchungszeitraums (Juli 1998) eine
inverse Zinsstruktur besteht. Im Zeitraum 1993 bis 1997 ist
die Zinsstruktur unterschiedlich steil und unterschiedlich
stark gekrümmt. In den USA hat sich die Zinsdifferenz zwischen lang- und kurzfristigen Zinsen in den Jahren 1993 und 1994
stark verringert und ist danach bis 1997 etwa gleich groß geblieben. Bei fallendem Zinsniveau verläuft die Zinsstruktur
seit 1997 relativ flach. In Japan kann man ein sehr
einheitliches Verhalten der Zinsstruktur beobachten. Seit 1993
kann ein annähernd monoton fallendes Zinsniveau für alle Fristigkeiten festgestellt werden, wobei die Zinsdifferenz
zwischen lang- und kurzfristigen Zinsen in etwa konstant
geblieben ist.

Die OeNB hat mit der Entwicklung eines eigenen Modells auf
der Grundlage des Verfahrens nach Nelson und Siegel nunmehr
die Möglichkeit, regelmäßig Zinsstrukturschätzungen
vorzunehmen. Das Modell beruht auf Daten von Datastream, mit
denen im Untersuchungszeitraum 1993 bis 1998 gute empirische Ergebnisse erzielt werden konnten. Zinsstrukturschätzungen
sind daher ohne Verzögerung mit den aktuellen Tagesdaten für mehrere Länder möglich. Die OeNB hat mit dem
Zinsstrukturmodell ein zusätzliches Analyseinstrument zur Verfügung. Abgesehen von der korrekten Darstellung der
Zinsstruktur wird dieses im Bereich der Inflations- und Outputprognosen verwendet werden. Die aus dem Modell
gewonnenen Spot rates bilden die Grundlage für weiterführende empirische Untersuchungen.

Nähere Details können dem gleichnamigen Beitrag, veröffentlicht in "Berichte und Studien", Heft 1/1999,
entnommen werden.

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