Berechnung effektiver Wechselkursindizes als Indikatoren der Wettbewerbsfähigkeit - in der Publikationsreihe "Berichte und Studien", Heft 1/1999, erschienen.

Wien (OTS) - Die internationale Wettbewerbsfähigkeit einer Volkswirtschaft bzw. ihres exponierten Sektors steht häufig im Mittelpunkt wirtschafts- bzw. beschäftigungspolitischer Diskussionen. Neben unternehmensspezifischen Faktoren
beeinflussen vor allem die auf gesamtwirtschaftlicher Ebene wirkenden Standortfaktoren, wie die Humankapitalausstattung
und damit die Bildungspolitik, sowie Wissenschaft und
Forschung, die langfristige Wettbewerbsfähigkeit der Volkswirtschaften.

Kurzfristig üben insbesondere Änderungen der Arbeits- und
auch Kapitalkosten und der Produktivität sowie Wechselkursschwankungen den größten Einfluß auf die preisliche oder kostenmäßige Konkurrenzfähigkeit der exponierten
Sektoren einer Volkswirtschaft aus. Traditionell basiert die
Analyse der Entwicklung dieser kurzfristigen
Wettbewerbsfähigkeit auf der Berechnung effektiver Wechselkursindizes.

Der Artikel diskutiert die Ziele und die Vorgehensweise bei
der Konstruktion nominell und real effektiver
Wechselkursindizes sowie die Kriterien für die Auswahl der zu verwendenden Deflatoren und den daraus folgenden
unterschiedlichen ökonomischen Aussagegehalt der errechneten Indikatoren.

Dieses Thema erhält durch den Beginn der Europäischen Währungsunion und der Einführung des Euro spezifische
Bedeutung. Die damit einhergehenden Änderungen bilden den
zweiten Schwerpunkt des Artikels. Analysiert wird die
Berechnung effektiver Wechselkursindizes für den Euro sowie
die ökonomischen Argumente für die zusätzliche Berechnung nationaler Wettbewerbsfähigkeitsindikatoren.

Bislang wurde für Österreich der nominell effektive und
real effektive Wechselkursindex für den Schilling berechnet.
Seit 1. Jänner 1999 werden - vorläufig durch die BIZ -
effektive Wechselkursindizes für den Euro berechnet, wobei der nominell effektive Wechselkursindex die Entwicklung des internationalen Werts des Euro mißt und der real-effektive Wechselkursindex des Euro der Evaluierung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit der Eurozone in ihrer Gesamtheit
gegenüber den nicht an der Währungsunion teilnehmenden Handelspartnern dient.

Bilaterale Wechselkursänderungen zum Euro wirken sich aber
auf die Realwirtschaften der Teilnehmerländer an der
Währungsunion - entsprechend ihrer jeweiligen Außenhandels-verflechtung mit Nicht-WWU-Ländern - unterschiedlich aus. Die österreichischen Exporteure stehen zudem auch weiterhin mit
den Anbietern aus den anderen Mitgliedsstaaten der
Währungsunion im Preis- und Kostenwettbewerb, sowohl innerhalb
der Währungsunion als auch auf dem österreichischen Markt. Das heißt, daß aus Sicht der einzelnen Teilnehmerländer an der Währungsunion weiterhin ein Interesse daran besteht, die Entwicklung der nationalen preislichen Wettbewerbsfähigkeit
auf Basis umfassender nationaler Außenhandelsmatrizen zu analysieren, in die sowohl der Außenhandel mit den einzelnen Teilnehmerländern der Währungsunion als auch mit den anderen relevanten Handelspartnern außerhalb der Währungsunion
eingeht. Diesen nationalen Indikatoren kommt jedoch - im
Gegensatz zu den Wechselkursindizes des Euro - keine geld-
bzw. währungspolitische Bedeutung zu, sie sind jedoch wichtige Indikatoren der in nationaler Zuständigkeit verbleibenden Einkommens- und Strukturpolitik.

Nähere Details können dem gleichnamigen Beitrag, veröffentlicht in "Berichte und Studien", Heft 1/1999,
entnommen werden.

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