WWF: Agenda 2000 halbherzig und zögerlich!

Wien (OTS) - Inmitten der vielen, von den Politikern gefeierten Gewinner der Agenda 2000 bleibt ein großer Verlierer übrig: Der Natur- und Umweltschutz wurde wieder nicht ausreichend berücksichtigt. "Die Agrarreform in der Agenda 2000 ist zögerlich und halbherzig", kritisiert Mag. Simone Lughofer, Landwirtschaftsexpertin des WWF Österreich (World Wide Fund For Nature). "Die an sich positiven Vorschläge der Kommission wurden verwässert, und das Konzept der ländlichen Entwicklung, das Umweltschutz und Arbeitsplätze optimal verbindet, wurde wieder nur mit rund 10% der Ausgaben abgespeist."

Ursprünglich hatte der WWF die Agenda 2000 als einen Schritt in die richtige Richtung begrüßt. Nach einem Jahr zäher Verhandlungen wurden die an sich positiven Vorschläge der Kommission aber so verwässert, daß nur ein 'Reförmchen' übrigbleibt: "Die Agrarpolitik ist jetzt weder transparenter, noch einfacher, noch billiger. Und die im Vertrag von Amsterdam verankerte rechtliche Verpflichtung, den Natur- und Umweltschutz bei der Agrarpolitik zu berücksichtigen, wurde nicht erfüllt", erklärt Mag. Lughofer die Enttäuschung des WWF.

"Hier wurde eine Jahrhundertchance verpaßt: Mit dem Instrument der ländlichen Entwicklung könnte die europäische Landwirtschaft naturfreundliche Produktion auf solide wirtschaftliche Beine stellen. Damit wäre man auch auf die anstehende Liberalisierung nach den WTO-Verhandlungen vorbereitet. Statt dessen wird immer mehr Geld in reine Produktions- stützung gepumpt - ein Auslaufmodell, das langfristig weder den Bauern noch der Natur hilft!" analysiert Mag. Lughofer. Ein Beispiel ist das Verhandlungsergebnis bei Rindfleisch -nach Meinung des WWF ein eindeutiger Rückschritt: Das Prämienchaos besteht weiter, die extensive Grünlandhaltung wird wieder nicht ausreichend gefördert.

Die Hauptkritikpunkte der Natur- und Umweltschutzorganisation:

- Preisausgleichszahungen sind nicht an einheitliche ökologische Mindeststandards gebunden

- deren Festsetzung und Kontrolle bleibt den einzelnen Staaten überlassen

- die Preisausgleichszahlungen sind noch weiter gestiegen, anstatt das Geld schrittweise in die ländliche Entwicklung umzuschichten

- für die ländliche Entwicklung stehen nur 10% des Agrar-Budgets zur Verfügung - der WWF forderte eine schrittweise Erhöhung auf 75% bis 2006.

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