Jägerlatein von Fuchs und Osterhase

Tierhilfswerk (THWA) gegen verstärkte Fuchsjagd

Wien (OTS) - Alle Jahre wieder zur Osterzeit wird seitens der Jägerschaft der Fuchs als Hasenmörder verdammt, dessen Anzahl drastisch dezimiert gehört. Für das THWA ein doppelter Trugschluß. Denn Ursache Nummer eins für den Rückgang des heimischen Feldhasen ist die industrielle Landwirtschaft, und zweitens belegen Studien, daß eine übermäßige Bejagung des Fuchses im Endeffekt seine Population noch steigert.

In den letzten zwanzig Jahren ging die Population des Feldhasen (Lepus europaeus) in weiten Teilen Österreichs dramatisch zurück. Hauptursache dafür ist die industrielle Landwirtschaft. Der Hase braucht ökologisch wertvolle Flächen mit Hecken, Sträuchern und Baumgruppen. Die vermehrte Anlegung von Brachland bzw. großflächigen Monokulturen bietet dem Feldhasen keine Deckung, Nistplätze oder ausreichende Nahrung. Hinzu kommt noch der "Ernteschock", wenn die Ackerflächen innerhalb weniger Tage abrupt abgeerntet werden.

Füchse machen ebenso wie Marder und Greifvögel Jagd auf Hasen. Doch sie tragen sicher nicht die Hauptverantwortung für den enormen Rückgang von Meister Lampe.

Mag. Alexander Willer, Caniden-Referent des THWA: "Es ist ein Gesetz der Natur, daß in einem Revier nur so viele Raubtiere überleben, so adäquat das Nahrungsangebot ist. Gibt es wenige Hasen, gibt es daran angepaßt auch weniger Füchse. Daher ist es Unfug zu behaupten, der Feldhase wird durch zu viele Füchse ausgerottet."

Die Jäger würden durch eine verstärkte Jagd auf den Fuchs gerade das Gegenteil bewirken, nämlich daß die Zahl der Füchse im Endeffekt noch steigt. Das haben Studien bekannter Biologen wie Erik Zimen (Saarland) oder Joe Macdonald (Großbritannien) belegt.

Mag. Willer weiter: "Bejagt man Füchse übermäßig , tritt folgendes ein: Reviere werden plötzlich frei, Sozialstrukturen fallen. Es kommt zu starken Wanderungen, wodurch die Einschleppung von Tollwut begünstigt werden kann. Des weiteren tritt ein Arterhaltungsmechanismus ein, der zu verstärkter Vermehrung führt."

Der "Osterhase" kann demnach nur durch ein Umdenken im Bereich der Landwirtschaft erhalten werden, nicht aber durch eine Kampfansage gegen den Fuchs.

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