Wiener Unfallstatistik 1998 ist Spitze

Zahl der Toten und Verletzten neuerlich gesunken - Für Verkehrsstadtrat Svihalek aber kein Grund sich "auszuruhen"

Wien, (OTS) Verkehrsstadtrat Fritz Svihalek hat am Montag die bisher beste Wiener Unfallstatistik, die Wien je gehabt hat, der Öffentlichkeit bekannt gegeben. Danach ist die Zahl der Toten verglichen mit 1983 (Einführung des Verkehrssicherheitscomputers
in Wien) um 84 Prozent gesenkt worden. Die Summe der Unfälle mit Personenschaden machte im Vorjahr 4.600 aus, im Jahr 1983 gab es 7.742 derartige Unfälle. Das entspricht einer Reduktion von etwas über 40 Prozent. Auch die Zahl der Fußgängerunfälle ging zurück, verglichen mit 1983 um 44,9 Prozent, konkret von 2.235 auf 1.232.****

Verkehrsstadtrat setzt drei Schwerpunkte für die Verkehrssicherheit

Trotz der ausgezeichneten Verkehrsunfallbilanz für 1998 sieht der Verkehrsstadtrat "Rot" in drei Bereichen, bei denen dringend Verbesserungen notwendig sind: Der erste Bereich betrifft die
immer größer werdende Zahl von Autofahrern die bei Rot in die Kreuzung einfahren. Svihalek: "Dies ist ein unhaltbarer Zustand,
es kann nicht sein, daß sich ein Autofahrer, der sich auf die Verkehrstechnik einer Ampelanlage verläßt in einen folgenschweren Unfall verwickelt wird, nur weil ein anderer Autofahrer das
Rotlicht mißachtet hat!" Auch Fußgänger und Radfahrer ignorierten immer öfter eine rote Ampel, ergänzte der Stadtrat. Diesbezüglich plant er gemeinsam mit der Polizei Schwerpunktaktionen zu setzen. Als zweiten verbesserungswürdigen Bereich nannte Svihalek die Zahl der Auffahrunfälle in Wien. Vor allem LKW unter 3,5 t, aber auch Schwerfahrzeuge über 7,5 t seien in Auffahrunfälle verwickelt, die oft auf eine zu hohe Geschwindigkeit, dadurch auch zu geringen Tiefenabständen und mitunter auch hektische Fahrweise von Autofahrern zurückzuführen seien. In diesem Zusammenhang appellierte er an PKW-Pendler sowie auch an Berufskraftfahrer ihr Fahrzeug normal und ruhig zu lenken: Im Zusammenhang mit dem richtigem Abstand zum Vordermann vermisse er die Existenz von technischen Einrichtungen in den Fahrzeugen, die akustisch auf den richtigen Fahrzeugabstand aufmerksam machen könnten. Als dritten Punkt führte der Verkehrsstadtrat Verbesserungen für Senioren im Straßenverkehr an. Konkret könne er sich vorstellen, daß man in den Bezirksvertretungen noch mehr Wert auf Maßnahmen für die Verkehrssicherheit für Senioren legen solle.

Laut Unfallstatistik 1998 sind seit 1983 58 Prozent weniger Verunglückte Fußgänger über 65 Jahre und 65 Prozent weniger tote Fußgänger über 65 Jahre zu verzeichnen. Mußten 1983 566 Verunglückte und 48 Tote gemeldet werden, waren es im Vorjahr nur noch 239 Verunglückte und 17 Tote. Allerdings ereignen sich noch immer knapp über die Hälfte aller Fußgänger mit Senioren auf Hauptstraßen.

Innerhalb von 16 Jahren über 15 Milliarden Schilling an Unfallkosten eingespart

Aufgrund der örtlichen Unfallforschung in Wien wurden im Vorjahr die Unfallkosten von 2,5 Milliarden Schilling im Jahr 1983 auf 0,9 Milliarden reduziert (- 64 Prozent). Wegen der
Verminderung der Anzahl der Toten nach Unfällen sind die volkswirtschaftlichen Unfallkosten stark gesunken. Rechnet man
seit 1983 die Einsparungskosten durch Unfallreduktion zusammen, so wurden seit diesem Jahr insgesamt 21.473 Unfälle mit Personenschaden in einer Höhe von mehr als 15,4 Milliarden Schilling an Unfallkosten reduziert.

Diverse Sonderauswertungen der Unfallstatistik 1998

Die Schulwegunfälle waren im Jahr 1998 deutlich höher als im Jahre 1997, wobei in diesem Jahr ein außergewöhnlich geringer Unfallstand zu verzeichnen war.

Ähnliches zeigt sich auch bei den Alkoholunfällen, die gegenüber 1997 leicht gestiegen sind, jedoch nach wie vor im deutlichen Abwärtstrend seit dem Jahre 1984 liegen.

Die Gurtanlegequote bei PKW-Lenkern ist mit 82-85 Prozent relativ hoch, konkret sind mehr als 4/5 der Autofahrer angegurtet. Bei entsprechenden Unfällen mit Kindern im PKW (Mitfahrer 0-15 Jahre) ist festzustellen, daß 37,2 Prozent der Kinder (also mehr als 1/3 aller Kinder) nicht angegurtet und daher besonders gefährdet sind.

Die Unterscheidung der Unfälle nach dem Hauptstraßennetz und dem sonstigen Straßennetz in Wien legt offen, daß sich 54 Prozent der Unfälle (also mehr als die Hälfte aller Unfälle) auf Hauptstraßen ereignen. (Schluß) hl

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