Noch ein toter Seeadler in den March-Auen! Im Eiltempo ausgestopft, was sollte vertuscht werden?

Wien (OTS) - Wie dem WWF (World Wide Fund for Nature) mitgeteilt wurde, fanden Unbekannte vergangene Woche einen toten, aber äußerlich unverletzten Seeadler im nördlichen Abschnitt der March. Der Verdacht auf Vergiftung liegt auch dieses Mal nahe, seit 1996 wurden 3 Exemplare in der Region vergiftet aufgefunden. Gerald Dick, Artenschutzexperte des WWF: "Es hat den Anschein, als wäre der Tod dieses Seeadlers ein neuer trauriger Höhepunkt der Vergiftungswelle an der March". Schlimm genug, daß wieder ein toter Seeadler gefunden wurde, verschwand sein Kadaver auch noch ohne veterinärmedizinische Untersuchung und befindet sich jetzt bei einem Tierpräparator in Wien. Um solche traurigen Vorfälle in Zukunft zu verhindern, fordert der WWF nun endlich eine Jagdgesetznovelle.

Im Prinzip ist die beschriebene Vorgangsweise legal: Laut Jagdgesetz sind die Jagdausübungsberechtigten ermächtigt, sich gefundene Tiere anzueignen. Die Hast, mit der der Seeadler präpariert wurde, läßt aber die Vermutung zu, daß bei seinem Tod nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. "Die Verwendung von Giftködern ist illegal und gefährdet neben zahlreichen seltenen Arten auch Spaziergänger und Haustiere", empört sich Gerald Dick, Artenschutzexperte des WWF. "Um diesem Treiben ein für alle mal ein Ende zu setzen, fordern wir eine rasche Jagdgesetznovelle, damit nicht jeder Jagdausübungsberechtigte gefährdete Wildtiere einfach mit nach Hause nehmen darf. Im Verdachtsfall muß eine genaue Untersuchung der Todesursache zwingend vorgeschrieben werden. Sonst werden wir das Problem der illegalen Giftköder niemals in den Griff bekommen."

...Kuriosität am Rande: Nach dem Jagdgesetz sind alle wildlebenden Tiere Privateigentum des jeweiligen Jagdausübungsberechtigten. Doch kann das im Sinne der Natur sein, wenn ein wildlebendes Tier Privateigentum der Menschen ist?

...PS: Der Seeadler ist in Österreich seit den 40iger Jahren ausgestorben; einzelne Gäste aus den Nachbarländern proben derzeit vorsichtig die Rückkehr und werden vom WWF dabei unterstützt. Der Empfang ist aber nicht immer herzlich.

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