Hände weg von Medikamenten aus dem Internet!

Pharmig: Internet-Käufe können die Gesundheit gefährden ! - Arzt und Apotheker müssen "erste Ansprechpartner" in Sachen Gesundheit bleiben

Wien(OTS) - Die Pharmig, Vereinigung pharmazeutischer Unternehmen, warnt vor dem Kauf von Arzneimitteln aus dem Internet. Abseits der Tatsache, daß der "Vertriebsweg Cyber Space" in Österreich gesetzlich nicht erlaubt ist, und viele Medikamente, die via Internet angeboten werden, in Österreich nicht zugelassen sind, sind auch die Handelswege der Internet-Arzneimittelanbieter in vielen Fällen nicht oder nur unzureichend nachvollziehbar. Daher ist es nicht auszuschließen, daß auch gefälschte oder wirkungslose Arzneimittel via Netz angeboten werden. Das kann sich tatsächlich gesundheitsgefährdend auf die Anwender auswirken, schon allein deswegen, weil es die hohen Standards der Arzneimittelsicherheit untergräbt. Testkäufe aus dem Internet haben zum Beispiel gezeigt, daß hochwirksame und streng rezeptpflichtige Medikamente ohne Gebrauchsinformation und in gewöhnliche Plastiksäckchen verpackt, verschickt werden. Allein das widerspricht nicht nur den berechtigten hohen Auflagen zum Vorteil der Patienten, denen sich Arzneimittelhersteller weltweit stellen müssen, sondern kann auch zu einer falschen Anwendung führen und damit für den Patienten unter Umständen auch lebensgefährliche Auswirkungen haben. - Des weiteren gibt es in diesem Zusammenhang ungelöste
Haftungsprobleme: wenn ein Internet-Anbieter ein rezeptpflichtiges Arzneimittel an einen Kunden abgibt, muß der Online-Anbieter haften. Betreiber dieser Internet-Seiten sind jedoch oft nicht leicht zu lokalisieren bzw. dingsfest zu machen; der Geschädigte bleibt im Zweifelsfall allein. Eindeutige Regeln für Internet-Anbieter gibt es nicht und sind - soweit derzeit abschätzbar -
noch lange nicht in Sicht.

Zwt.: Deutsche Studie zeigt Gefahrenpotential erstmals auf

Um das Ausmaß der Gefahren abzuschätzen, denen die Verbraucher beim Arzneimittel-Kauf aus dem Internet ausgesetzt ist, hat der deutsche Bundesverband der pharmazeutischen Industrie (BPI) mit
Sitz in Frankfurt am Main eine repräsentative Studie beim renommierten Emnid-Institut mit Sitz in Pullach bei München in Auftrag gegeben. Die Resultate, die vor wenigen Tagen präsentiert wurden, zeigen zwar, daß nur ein Prozent der 1.002 befragten Personen das Angebot der im Internet angebotenen Arzneimittel bereits genutzt hat, doch lassen die Ergebnisse darauf schließen, daß sich der Interessentenkreis kontinuierlich vergrößert. Rund 20 Prozent der Befragten fänden es attraktiv, über diesen Weg Medikamente zu besorgen. Besonders dort ist die Bereitschaft zum Kauf groß, wo die angebotenen Arzneimittel den Patienten aus teilweise langjähriger Erfahrung bekannt seien, heißt es in der Studie.

Zwt.: Warnungen sind ernst zu nehmen - Empfehlung an Patienten

Aufgrund der Studienergebnisse hat der BPI in einer
Presseaussendung vor Arzneimitteln aus dem Internet gewarnt. Die Pharmig als freiwillige Interessensvertretung österreichischer Arzneimittelunternehmen schließt sich dieser Warnung an. Im Sinne der Arzneimittelsicherheit und zum Vorteil der Gesundheit jedes einzelnen kann die Empfehlung an Konsumenten/Patienten nur lauten:
Auch in Zeiten mit Internet - vertrauen Sie bitte ausschließlich dem Know How Ihres Arztes oder Apothekers, wenn es um Arzneimittel geht, denn zusätzlich zur qualifizierten Beratung bekommen Sie
dann jedenfalls für Sie "richtige", qualitativ hochwertige und nachgewiesenermaßen wirksame Medikamente!

+++/rm

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