Steigende Verkaufszahlen bei der Semesterkarte

Wien, (OTS) Wie die Wiener Linien mitteilen, wird die Semesterkarte für Hochschülerinnen und Hochschüler immer beliebter. So liegen die Verkaufszahlen des Sommersemesters 1999
um 9,6 Prozent über denen des Vorjahres. Die Wiener Linien sehen darin ein Zeichen dafür, daß ihr Angebot für studentische Mobilität den Bedürfnissen dieser Kundengruppe entspricht.
60 Prozent der Studenten, die eine Semesterkarte erwerben können (Altersgrenze 26 Jahre bzw. für FamilienbeihilfenbezieherInnen 27 Jahre) sind mit der Semesterkarte unterwegs. 75 Prozent jener, die eine Semesterkarte kaufen, beziehen Familienbeihilfe. Für sie kostet die Semesterkarte 1.200 Schilling für vier Monate, für HochschülerInnen ohne Familienbeihilfe 1.540 Schilling.

Zuschuß der Stadt Wien 1999 erhöht, um Verkaufspreis zu halten

Seit der Tariferhöhung mit Jahresbeginn hat sich der Zuschuß der Stadt Wien pro Semesterkarte erhöht, da jener Betrag, den das Bundesministerium für Verkehr bereitstellt, gleichgeblieben ist.
Um den Verkaufspreis trotz der Tariferhöhung halten zu können, legt daher die Stadt Wien auf jede Semesterkarte 580 Schilling drauf. 1998 lag dieser Betrag noch bei 340 Schilling. Für FamilienbeihilfenbezieherInnen gibt es einen Zuschuß von 340 Schilling des Bundesministeriums für Wissenschaft und Verkehr, der 1999 nicht erhöht wurde. Zuschüsse aus dem Familienlastenausgleich für die Semesterkarte werden nicht geleistet.

Neues Modell in Diskussion

VertreterInnen der Hochschülerschaft haben den Vorschlag gemacht, die Finanzierung der studentischen Mobilität dahingehend zu ändern, daß alle Inskribierten einen fixen Betrag verpflichtend bezahlen und dafür öffentliche Verkehrsmittel benützen können.

Die Wiener Linien haben bereits zahlreiche Gespräche mit Studentenvertretern geführt. Ein konkretes Ergebnis liegt jedoch nicht vor, da eine Reihe von Fragen nicht geklärt ist.

o Die Wiener Linien sind Teil des Verkehrsverbundes, es müßten

also also alle Verbundpartner einer etwaigen Neuregelung und
deren wirtschaftlichen Konsequenzen zustimmen, darunter z. B.
auch die ÖBB.
o Das von der Hochschülerschaft andiskutierte Modell darf nicht zu

Mindereinnahmen des Wiener Linien führen.
o In diesem Zusammenhang besteht vor allem die Gefahr von

Scheininskriptionen, um die gegenüber der regulären Jahreskarte günstigeren Studententarife nützen zu können. Denn grundsätzlich könnten ja alle Berufstätigen mit Matura (und das sind immerhin 25 Prozent der Berufstätigen) mit einer einfachen Inskription
zu einer enorm verbilligten Netzkarte kommen, was zu massiven Mindereinnahmen etwa im Bereich der Jahreskarten führen würde. Wie realistisch diese Befürchtung der Wiener Linien ist, zeigt die Tatsache, daß sich wegen des neueingeführten Einmalzahlerrabattes von nur 100 Schilling pro Jahreskarte die Relation zwischen Barzahlern und Abbuchern bereits in kürzester Zeit um 5,5 Prozent verschoben hat.
o Die administrativen Voraussetzungen müßten seitens der

Hochschülerschaft so geschaffen werden, daß alle jene, die auch die Anspruchsberechtigung für den Erwerb der Semesterkarte
haben, das von der Hochschülerschaft angestrebte Modell nützen können, und zwar ab dem ersten Tag des Semesters.

Ein Modell, an dem etwa nur die Studierenden der großen Universitäten, nicht aber Studierende von Fachhochschulen, Konservatorien, Pädagogischen Akademien, Akademien für Sozialarbeit Kunsthochschulen u.a. teilnehmen könnten, würde zwei Klassen von Studierenden schaffen, für die unterschiedliche Zugänge und Kosten gelten würden. Das scheint den Wiener Linien aus Gründen der Gleichbehandlung einer Kundengruppe nicht vertretbar.

Gespräche mit StudentenvertreterInnen gehen weiter

Die Wiener Linien werden die Gespräche mit den Studenten nächste Woche fortsetzen. (Schluß) wstw

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