Papierindustrie 1998 mit Umsatzplus von 10,1 Prozent

Export, trotz Einbußen in Asien, um 4,8 Prozent gewachsen - Papierverbrauch in Österreich auf fast 1,8 Mio t zugenommen

Wien (PWK) - "Nach einem fulminanten ersten Halbjahr 1998 und
einem kräftigen Einbruch in der zweiten Jahreshälfte, konnte die österreichische Papierindustrie das Gesamtjahr 1998 mit einem Umsatzplus von 10,1 Prozent abschließen", berichtete der Präsident der Vereinigung der Österreichischen Papierindustrie (Austropapier), Robert Launsky-Tieffenthal, vor Journalisten. Von den 39,9 Mio Schilling Gesamtumsatz wurden 8 Mio im Inland und 31,9 Mio im Ausland erwirtschaftet. Die österreichische Papier-, Faltschachtelkarton- und Pappe-Produktion betrug 1998 4 Mio Tonnen, was gegenüber dem Jahr davor einen Anstieg von 5 Prozent bedeutet. ****

Die internationalen Wirtschaftsverflechtungen nahmen dabei weiter zu, betonte Launsky-Tieffenthal: "Der Export, der rund 82 Prozent der Produktion ausmacht, wuchs mit 4,8 Prozent schneller als die Inlandslieferungen (+3,4 Prozent)." Während die österreichischen Papierexporte nach Fernost aufgrund der dort anhaltenden wirtschaftlichen Turbulenzen zurückgingen, konnten vor allem die Lieferzuwächse in den EU-Raum diesen Einbruch mehr als wettmachen. Da rund 70 Prozent des Papierabsatzes im Ausland in Ländern der EU erzielt werden - vor allem in Deutschland sowie in Italien und Frankreich - kommt dem Euro für die heimische Papierindustrie besondere Bedeutung zu, strich Launsky-Tieffenthal hervor.

Nicht ganz so gut konnten sich Zellstoff und Holzstoff entwickeln, deren Markt noch immer von sehr niedrigen Preisen beherrscht wird. Die Mehrproduktion von 1,3 Prozent wurde fast zur Gänze im Inland verbraucht, was zu einem Absinken der Exportmenge um 4,9 Prozent führte. Auch nahm der relative Einsatz dieser Faserstoffe zu Gunsten des Altpapiers weiter ab. Österreich ist internationaler Spitzenreiter, was das Recycling von Altpapier betrifft: rund 70 Prozent des in Österreich verbrauchten Papiers werden zurückgeholt. Altpapier ist bereits seit mehreren Jahren der mengenmäßig wichtigste Rohstoff für die österreichische Papierherstellung.

Weiters ging der Austropapier-Präsident auf die Beschäftigtenzahl der heimischen Papierindustrie ein, die 1998 um rund 250 auf 9.659 Arbeiter und Angestellte gesunken ist. "Für die Sicherheit der Arbeitsplätze in der Papierindustrie ist es von entscheidender Bedeutung, konkurrenzfähige Standorte zu haben. Alles, was diese Konkurrenzfähigkeit unnötig lange gefährdet, schlägt sich in den Beschäftigten-Statistiken nieder". Ein solcher Faktor ist zB der Energiepreis, ein Bereich, in dem die Monopole nur zögernd aufgeweicht werden. Auch wenn die Papierindustrie als Großkunde nun endlich freie Lieferantenwahl und damit günstigere Preise als bisher hat, ist Österreich von nordischen Verhältnissen leider noch weit entfernt.

Besonders schwierig gestalteten sich 1998 die Lohn- und Gehaltsverhandlungen in der österreichischen Papierindustrie, da von den Gewerkschaften die Forderung nach einer kollektivvertraglichen Verankerung der 36-Stunden-Woche im Durchfahrbetrieb verlangt wurde. Als Kompromiß wurde schließlich eine Übergangsfrist bis zum Jahr 2002 vereinbart, berichtete Launsky-Tieffenthal.

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