Argentinien wirbt um Investoren

Guadagni: Wirtschaftswachstum stärker als internationale Krisen - Neue Chancen durch EU-Mercosur-Verträge

Wien (PWK) - Von der Position der EU bei den Freihandelsverhandlungen mit dem Mercosur werde es abhängen, in welchem Ausmaß die europäische Industrie in Zukunft am Wirtschaftswachstum der Länder dieser Region teilnehmen wird, erklärte der argentinische Staatssekretär für Industrie, Handel und Bergbau, Alieto Guadagni, bei einem Seminar in der Wirtschaftskammer Österreich. Die EU sollte sich nicht zu stark auf das Landwirtschaftsthema konzentrieren, sondern den Blick mehr auf die Entwicklung der anderen Produktionszweige richten. Die Mercosur-Länder werden einen rasch wachsenden Bedarf an Technologien aus Europa haben, ist Guadagni überzeugt. ****

"Argentinien hat sich in den letzten beiden Jahrzehnten der Welt geöffnet", sagte der Staatssekretär. Die internationalen Investitionen hätten seither stark zugenommen. Als besonders attraktive Sektoren nannte Guadagni unter anderem Bergbau, Forstwirtschaft, Automobilindustrie, Erdöl und Erdgas, Eisen und Stahl, Elektrizität und Nahrungsmittelindustrie.

Als Vorteile des Investitionsstandortes Argentinien hob Guadagni das Wirtschaftswachstum des Landes hervor, das seit Jahren zu den höchsten der Welt zählt und das die internationalen Krisen der letzen Jahre (wie die Mexiko-, die Asien- oder die Rußlandkrise) bewältigt habe. Dazu kommen eine solide Steuer- und Währungssituation -"Argentinien kennt praktisch keine Inflation und könnte sogar die Maastricht-Kriterien erfüllen" (Guadagni)- und nicht zuletzt besonders niedrige Grundstückpreise und Energiekosten. Guadagni verschwieg freilich auch nicht die jüngsten Wirtschaftsprobleme Argentiniens, die insbesondere durch den drastischen Preisrückgang wichtiger Exportgüter wie Getreide oder Erdöl entstanden sind.

WKÖ-Lateinamerikareferent Heinz Wimpissinger betonte ebenfalls die Notwendigkeit eines baldigen Handelsabkommens zwischen EU und Mercosur. Argentinien sei einer der wichtigsten österreichischen Wirtschaftspartner in Lateinamerika. Österreichs Exporte hätten sich seit 1995 mehr als verdoppelt und lagen Ende 1998 bei rund 1,5 Mrd S. Hauptexportgüter seien Maschinen und Fahrzeuge. Aber auch Konsumwaren wie Emmentalerkäse oder Lodenmäntel seien erfolgreich auf dem argentinischen Markt.

Österreichs Importe aus Argentinen sind mit rund 150 Mio S wesentlich schwächer entwickelt als die Exporte und bestehen hauptsächlich aus landwirtschaftlichen Produkten (Früchte, Ölsaaten, Fleisch sowie immer mehr Wein). Die verstärkten Bemühungen Argentiniens um den österreichischen Markt sind gerade zum gegenwärtigen Zeitpunkt sehr wichtig, sagte Wimpissinger, denn "nur durch verstärkte Lieferungen in beiden Richtungen kann Integration gefördert werden".

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