Grabungskampagne 1998 brachte neue Hinweise

Besiedlung aus Bronze- und Eisenzeit in Schwarzenbach

St.Pölten (NLK) - Schwarzenbach in der Buckligen Welt war nicht
nur ein keltisches Dorf, das wird nach der Grabungskampagne 1998 durch die Funde von mehreren Häusern erneut belegt. Die oberhalb von Schwarzenbach liegende "Burg" - so der Geländename - mit der rund 500 Meter langen und 300 Meter breiten Hochfläche war schon in der frühen Bronzezeit und bis zur frühen Urnenfelderzeit, also von 2000 bis 1000 vor Christi, besiedelt. Mehr noch, die Fundstelle könnte sogar im Mittelneolithikum Heimat der "Ur-Schwarzenbacher" gewesen sein. Seinen Höhepunkt erlebte der Ort allerdings als eine stadtähnlich gebaute, massiv befestigte Ansiedlung der letzten zwei Jahrhunderte vor Christi, also als spätlatènezeitliche Oppida der Eisenzeit. Der Unterschied der Häuser-Spuren: Während die bronzezeitlichen Gebäude nach Südosten und damit schräg zum Hang ausgerichtet waren, standen die eisenzeitlichen Häuser parallel zu ihm in Nord-Süd-Ausrichtung.

1998 wurden drei Häuser der Ansiedlung in der Bronzezeit genau erforscht. Eines legt die Frühbronzezeit als Datierung nahe und hatte im Fundament ein Gefäßfragment der Wieselburger Kultur. Ein mächtiger Schwellbalken auf der einen, das Abstützen auf der anderen Seite machte das Bewohnen dieser am Hang gelegenen Siedlung erst möglich. Ein weiteres Gebäude stammt aus der Früh- bis Mittelbronzezeit. Auch hier dürften Schwellbalken eingegraben worden sein, wobei allerdings der größere Teil des Geländes noch nicht untersucht wurde. In einer Grube fiel ein Rahmen aus tiefschwarzer Schicht und einer intensiven Feuernutzung - wahrscheinlich als Fundament für eine Lehmplatte zu Kochzwecken - besonders auf. Auch ein Kuppelofen wäre durchaus denkbar. Später wurde darüber ein mittel- bis spätbronzezeitliches Haus errichtet.

Auch in der Eisenzeit wurde offenbar der Schwellenbau gepflegt. Hier wurden gleichfalls drei Häuser ergraben. Am Beispiel eines Hauses: Eine Grube wurde in den Hang gegraben, der Aushub als Planiermaterial verwendet und darauf der Unterbau des Hauses errichtet. Hangaufwärts wurde dann das Obergeschoß auf einen langen Querbalken direkt am Boden aufgelegt. Hangabwärts lagerte der "Stock" auf dem Untergeschoß. Ein mittel- bis spätlatènezeitliches Hakengriffmesser, ein eiserner Koppelring in dem einen Gebäude, eine kleine Goldmünze, ein eiserner Griff mit Ringende und ein Webgewicht sind einige bemerkenswerte Überreste.

Die Geschichte der "Burg" in Schwarzenbach wurde 1987 mit der Entdeckung einer der besterhaltenen und größten Wallanlagen Österreichs begonnen. Ab 1992 folgten die eigentlichen Ausgrabungsarbeiten. Schon damals bewiesen Streufunde, daß dort auch in der Jungsteinzeit Menschen gelebt hatten. Aber auch die Urnenfelderzeit, die Hallstatt-Epoche, Kelten und Römer hinterließen Spuren. Der "urgeschichtliche Wanderweg" mit den Tafeln, die auf die Pflanzengemeinschaften und die Biotope hinwiesen, waren ein weiterer Schritt. 1994 wurde die Wehrmauer rekonstruiert, im Jahr darauf erstmals eine Ausgrabung im Inneren der keltischen Befestigungsanlage. Im November 1998 begann man mit dem Bau eines 25,7 Meter hohen Museumsturmes, der heuer fertiggestellt werden und als zentrales Info-Zentrum dienen soll. In einer zweiten Ausbaustufe des "keltischen Erlebnisparks" werden unter anderem Wohnungsgebäude, eine Schmiede und eine Töpferei sowie die Umzäunung errichtet.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Pressestelle
Tel.: 02742/200/2312

Niederösterreichische Landesregierung

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NLK/NLK