Bayernwerk weist Verbund-Anschuldigungen zurück Bisher alle technisch und rechtlich einwandfreien Durchleitungsanfragen positiv beantwortet

Wien (OTS) - Die österreichische Verbundgesellschaft versucht über die heutige Ausgabe von "News", dem Bayernwerk Wettbewerbsbehinderung bei der Durchleitung von Strom zu Kunden in Bayern vorzuwerfen. Dieser Vorwurf entspricht nicht den Tatsachen und muß auf das schärfste zurückgewiesen werden.

Um die Absurdität des Vorwurfs klarzustellen, legt das Bayernwerk hier die Chronologie sämtlicher Durchleitungsanfragen der österreichischen Verbundgesellschaft zu möglichen Kunden im Bayernwerk-Regelgebiet seit Anfang Februar vor.

*am 12.2. betreffend ein Unternehmen im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Forchheim mit einem Jahresverbrauch von 41 GWh. Seitens Bayernwerk Gruppe wurde die Durchleitung am 24.2. grundsätzlich genehmigt.

*am 12.2. betreffend ein Unternehmen in Kühbach im Versorgungsgebiet der Bayernwerk-Tochter IAW (Isar-Amper-Werke) mit einem Jahresverbrauch von 18,5 GWh. Seitens der Bayernwerk-Gruppe wurde die Durchleitung mit dem Reziprozitäts-Argument abgelehnt. Bei der Reziprozitäts-Klausel handelt es sich um eine Bestimmung der EU-Richtlinie wie auch der nationalen Ausführungsgesetze, daß Durchleitungen nur dann gewährt werden müssen, wenn im jeweils anderen Land die gleichen Bedingungen gelten. In Österreich sind derzeit nur Unternehmen mit einem Jahresverbrauch von mehr als 40 GWh zugelassen, die Ablehnung war daher rechtskonform.

*am 17.2. betreffend ein Unternehmen im Versorgungsgebiet der Stadtwerke Nürnberg mit einem Jahresverbrauch von 56 GWh. Die Durchleitung wurde genehmigt, ein Durchleitungsangebot ging am 22.2. an die Verbundgesellschaft.

In all diesen Fällen hat das Bayernwerk rasch und unbürokratisch binnen weniger Tage klare und eindeutige Antworten gegeben und die Durchleitung nur in einem (rechtlich eindeutigen) Fall verweigert.

Jene Durchleitungsanfrage, auf die die Verbundgesellschaft ihren jetzt erhobenen Vorwurf vor allem stützt, ist die folgende:

*Anfang März gab es seitens der Verbundgesellschaft beim bayerischen Zentrallastverteiler eine mündliche Anfrage betreffend die Komplettversorgung des FÜW (Fränkisches Überlandwerk) mit einer Last bis zu 800 MW und einem Verbrauch von rund 5 TWh (entspricht fast der Größe der EVN oder der Steweag oder der gesamten Liefermenge der Verbund an EVN und OKA zusammen) für den Zeitraum 1.6.1999 bis 31.5.2000.

Nach interner Abklärung und telefonischer Abstimmung mit der Verbundgesellschaft kam auf Wunsch der Verbundgesellschaft am 19.3. das Antwortschreiben des bayerischen Zentrallastverteilers, in dem mitgeteilt wurde, daß nach ausführlicher technischer Prüfung die gesicherte Durchleitung betreffend die gesamte Gebietslast technisch nicht möglich ist, sondern nur bis zu einer Obergrenze von rund 200 MW (entspricht etwa 1,75 TWh oder 1.750 GWh)

Der Zentrallastverteiler in München hat den dahinterliegenden Rechengang mit den Verantwortlichen der Verbundgesellschaft in Wien abgestimmt. Dies war insoferne sehr einfach, als ein Lastfluß-Rechenmodell zugrundegelegt wurde, das auf Datensätze der UCPTE zurückgreift und auf allgemein anerkannten technischen Regeln aufbaut, das daher auch die Verbundgesellschaft kennt und verwendet, und mit dem alle Verbundgesellschaften Europas bei grenzüberschreitenden Lastflüssen rechnen.

Mit anderen Worten: der Verbundgesellschaft mußte bei Übergabe der Anfrage (und nicht erst mit der Antwort) klar sein, wie die Auskunft des bayerischen Lastverteilers ausfallen würde. Nach allen im UCPTE-Bereich herrschenden Regeln wäre die Durchführung dieser Durchleitung nicht möglich.

Doch gerade diesen Fall nimmt die Verbund nun zum Anlaß, die "Durchleitungsfeindlichkeit" des Bayernwerks anzuprangern!

Abgesehen davon würde auch in diesem Fall die schon erwähnte Reziprozitätsklausel schlagend werden, denn das FÜW ist einem österreichischen Landes-EVU gleichzusetzen, die in ihrer Lieferantenwahl auch nicht frei von bestehenden Verträgen mit der Verbund sind (§69 Elwog).

Ebenso absurd ist die Aussage der Verbundgesellschaft, man sei im Februar dem Bayernwerk bei der Lieferung zu Wienstrom "entgegengekommen" und hätte die Durchleitung nach anfänglichem Widerstand akzeptiert. Dies war kein "Entgegenkommen", sondern nur die korrekte Anwendung der österreichischen Gesetze und der EU-Binnenmarktrichtlinie.

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