GBH: Verhältnis Gewinn zu Einkommen im Interesse der Arbeitnehmer korrigieren

Wohnhaussanierungen und -verbesserungen nicht austrocknen

Wien (GBH/ÖGB). "Die Mittel für die Erhaltungs- und Verbesserungsbeiträge für die Wohnhaussanierung, Adaptierung sowie thermische Sanierung dürfen keines Falls gekürzt werden. Denn jede Veränderung nach unten würde nicht nur die Situation am Wohnungsmarkt, sondern auch den Arbeitsmarkt in der Bauwirtschaft negativ belasten", betonten heute die Mitglieder des tagenden Bundesvorstandes der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH). ++++

Der GBH-Bundesvorstand sprach sich auch gegen eine einseitige Bewertung der Erhaltungs- und Verbesserungsbeiträge aus. Vorrang muss der gesamtvolkswirtschaftliche Nutzen haben. Investitionen im Bereich der Althaussanierung und Adaptierung erzielen eine hohe Multiplikatorwirkung und sind daher besonders beschäftigungswirksam.

Steuerreform muss deutliche Entlastung bringen

Die für heute erwartete Vorstellung der Steuerreform muss laut GBH-Bundesvorstand zu einer deutlichen Entlastung der niedrigen
und mittleren Einkommen führen. Die Bau- und Holzarbeiter sind nicht gewillt, länger zuzusehen, wie die Gewinne und Förderungsmaßnahmen für die Unternehmen steigen, während die Arbeitnehmer immer schwerer ein Auskommen mit dem Einkommen
finden.

Mineralölwirtschaft steigert Gewinne auf Kosten der Bau- und Holzarbeiter

Für die neuerliche Preissteigerung der Treibstoffpreise in Österreich hat der GBH-Bundesvorstand kein Verständnis: "Während Preissenkungen am internationalen Rohölmarkt schleppend oder gar nicht an die Konsumenten weitergegeben werden, führt der geringste Preisauftrieb über Nacht zu exorbitanten Belastungen für die Autofahrer." Gerade die Bau- und Holzarbeiter sind davon am
meisten betroffen, denn sie sind jene Berufsgruppe, von der die höchste Mobilität gefordert wird. Der GBH-Bundesvorstand fordert daher Bundesminister Dr. Farnleitner auf, rasch diesen Missstand abzustellen und die angekündigten Maßnahmen zur Preiskontrolle umzusetzen.

Rasche Umsetzung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Schwarzarbeit

Bereits seit Monaten liegt der ausgearbeitete Entwurf zum Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz vor. Die GBH unterstützt die Maßnahmen der Bundesministerin Hostasch und fordert die Wirtschaft auf, ihre Blockadepolitik aufzugeben und gemeinsam für die Arbeitnehmer und seriösen Unternehmen faire Arbeits- und Wettbewerbsbedingungen zu schaffen. Die Mitglieder des GBH-Bundesvorstandes sprachen sich dafür aus, "dass das Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz endlich im Parlament beschlossen wird, damit keine unnötige Zeit mehr verloren geht." Besonders wichtig ist für die GBH die Anmeldung der Beschäftigten bereits bei Arbeitsbeginn und die Maßnahmen zur Eindämmung der Sub-Subvergaben. Denn dort sitzt der Keim für viele illegale Beschäftigungsformen, Lohn- und Sozialdumping. Der GBH-Bundesvorstand betonte: "Es kann nicht darum gehen, dass die Nachbarschaftshilfe kriminalisiert wird, sondern es geht um die rasche Bekämpfung des organisierten Schwarzunternhmertums."

Dramatische Arbeitsmarktsituation bedarf dringender politischer Entscheidungen

Angesichts der dramatischen Arbeitsmarktsituation am Bau, die auch im März noch anhält, fordert der GBH-Bundesvorstand neuerlich rasche politische Entscheidungen. Die Vorschläge der GBH liegen am Tisch.
Positiv vermerkte der GBH-Bundesvorstand die gestrigen Ankündigungen von Bundeskanzler Klima, Finanzminister Edlinger und Innenminister Schlögl bei der Sitzung des GBH-Bundespräsidiums. Bundeskanzler Klima und die Minister für Finanzen und Inneres versicherten, die Vorschläge der GBH zur Schaffung eines Struktur-und Arbeitsmarktfonds zu unterstützen, und gemeinsam gegen die vorherrschende Arbeitslosigkeit zu kämpfen. (Bac-)

ÖGB, 23. März 1999 Nr. 139

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Kurt Sabatnig
Tel. (01) 401 47/246 Dw.

Gewerkschaft Bau-Holz

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB