Nürnberger: "Aktion Fairness" und Abfertigung umsetzen

HGPD-Gewerkschaftstag eröffnet

Wien (HGPD/ÖGB). Gut beraten wäre die Bundesregierung, wenn sie bis zu den in wenigen Monaten stattfindenden Neuwahlen sowohl die Angleichung des Arbeits- und Sozialrechtes der Arbeiter an jenes
der Angestellte als auch die Reform der Abfertigung durchsetzen würde, meinte ÖGB-Vizepräsident Rudolf Nürnberger Montagabend bei der Eröffnung des 5. ordentlichen Gewerkschaftstages der Gewerkschaft Hotel, Gastgewerbe, Persönlicher Dienst unter dem Motto "Mit uns in die Zukunft". ++++

Wenige Monate vor dem nächsten Jahrtausend sei es einfach nicht mehr zu verstehen, dass Arbeiter und Angestellte beispielsweise
noch immer unterschiedliche Kündigungsfristen hätten, kritisierte der ÖGB-Vizepräsident. Nürnberger: "Die Regierung wäre gut beraten in den wenigen Wochen und Monaten vor der nächsten Wahl die in der ‘Aktion Fairness’ der Gewerkschaften erhobenen Forderungen noch umzusetzen". Diese Angleichung hat die Metallgewerkschaft für rund 200.000 Beschäftigte über den Kollektivvertrag bereits erreicht. Nürnberger: "Wir werden uns jetzt aber nicht zurücklehnen, sondern Solidarität üben und mitkämpfen, dass es für die noch rund 1,1 Millionen Beschäftigten ebenfalls bald eine Angleichung an das Arbeitsrecht der Angestellten gibt."

Nürnberger forderte weiters die Abfertigung auch bei Selbstkündigung und meinte: "Die Regierung wäre gut beraten, dies noch vor den nächsten Neuwahlen durchzusetzen."

AK-Präsident Herbert Tumpel meinte, dass es eine gute Dienstleistung nur geben könne, wenn die Qualität sowohl für die Konsumenten als auch für die ArbeitnehmerInnen stimme. Vor allem müsse die Dienstleistung auch leistbar sein. Dies, so der AK-Präsident, könne nicht durch Lohndumping oder unmenschliche Dienstverhältnisse geschehen, sondern dadurch, dass die Menschen Arbeit und Einkommen haben. Tumpel: "Daher sind die Beschäftigungsprogramme, auch auf EU-Ebene, besonders wichtig. Arbeitslose, ob in Österreich oder beispielsweise in Deutschland, werden sich kaum einen Urlaub leisten können."

Vizebürgermeisterin Grete Laska forderte mehr gesellschaftliche Anerkennung der Beschäftigten in den Dienstleistungsberufen und warnte davor, im Dienstleistungsbereich zu sparen. (ff)

ÖGB, 23. März 1999 Nr. 138

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