Bauträgerwettbewerb Favoritenstraße

Stadtrat Faymann präsentiert Siegerprojekte

Wien, (OTS) "Der Wettbewerb senkt nicht nur die Preise,
sondern ist auch Motor für neue, innovative Ideen," stellte am Montag Wohnbaustadtrat Werner Faymann bei der Präsentation des Bauträgerwettbewerbs Favoritenstraße fest. "Neben dem ökologischen und planerisch hervorragenden Standard," so Faymann, "werden durch den Baurechtsvertrag, neue attraktive Finanzierungsmodelle sowie
den Einsatz von Rücklagen der Bauträger mitten in Favoriten 750 sehr kostengünstige, teilweise eigenmittelfreie Wohnungen entstehen."

Mit der Einführung der Bauträgerwettbewerbe und der Beurteilung der Neubauprojekte durch den Grundstücksbeirat im Jahr 1995 wurde die Vergabe von Förderungsgeldern im Wohnungsneubau komplett neu organisiert. Alle Wohnbauprojekte, die Förderungsmittel in Anspruch nehmen, durchlaufen nach der Beurteilung durch die Infrastrukturkommission entweder einen Bauträgerwettbewerb oder den Grundstücksbeirat. Durch die Beurteilung von Neubauprojekten in diesen beiden Gremien konnte
eine deutliche Verringerung der Baukosten erzielt werden - und
zwar um rund 15 Prozent. Diese Kostensenkung hält bis heute an. Trotz geringerer Baukosten wurde die ökologische und die planerische Qualität im Wohnbau drastisch gesteigert. Ökologischer, planerisch hochwertiger und kostengünstiger Wohnbau reduziert sich nicht mehr auf wenige Vorzeigeprojekte, sondern ist Voraussetzung, um überhaupt Förderungsmittel der Stadt zu bekommen.

Im Grundstücksbeirat wurden seit Bestehen 390 Projekte mit 36.265 Wohnungen beurteilt. Insgesamt 7 Bauträgerwettbewerbe mit einem Volumen von über 4.000 Wohneinheiten wurden seit 1995 abgehalten.****

Bauträgerwettbewerb Favoritenstraße

Im Wettbewerbsgebiet entstehen insgesamt 750 Wohnungen, 400 Heimplätze sowie 900 Stellplätze. Während in den Jahren 1994/95, also vor Einführung der Bauträgerwettbewerbe, die Baukosten für geförderte Wohnungen bei rund öS 19.500,-- bis öS 20.000,-- pro Quadratmeter lagen, erreichen die Siegerprojekte des Wettbewerbes Favoritenstraße mit rund öS 16.500,-- Baukosten pro Quadratmeter ein äußerst positives Ergebnis. Ebenso hochwertig ist der planerische Standard anzusehen: Natürliche Belichtung in Gängen, Leerverrohrungen für spätere Installationen, Kommunikationsbereiche im Erdgeschoß, die mit den zukünftigen Nutzern festgelegt werden sollen, teilweise flexible Grundrisse werden von fast allen Wettbewerbsteilnehmern angeboten. In der Ökologie sind Niedrigenergie ebenso wie Solartechnik, Brauchwasserleitungen, Einzelwasserzähler etc. Standard. Als zusätzliches Angebot wird es bei diesem Bauvorhaben ein Mutter-Kind-Zentrum, ein Betreuungsnetz für ältere Bewohner bis in die umliegenden Wohnungen, ein ärztliches Zentrum geben.
Der Bauträgerwettbewerb wurde im Jahr 1998 als zweistufiges Verfahren für ein ca. 40.000 m² großes Grundstück zwischen Favoritenstraße, Katharinengasse, Südosttangente und Maria-Rekker-Gasse ausgeschrieben. Das städtebauliche Leitbild stammt von Architekt Otto Häuselmayer. Das Grundstück liegt im dichtverbauten Gebiet des 10. Bezirks und bietet daher gute Infrastruktur in unmittelbarer Umgebung. Auch im Projektgebiet selbst werden infrastrukturelle Einrichtungen wie Volksschule, Kindertagesheim, Wohnheim, Polizeiwachzimmer, Arztordination und Jugendzentrum entstehen.

Das Wettbewerbsgebiet wird durch die Straßenbahnlinie 67 an den öffentlichen Verkehr angeschlossen, die Erschließung für den Individualverkehr erfolgt über die Maria-Rekker-Gasse, die Katharinengasse und die Absberggasse. Parkmöglichkeiten wird es in einer Tiefgarage an der Favoritenstraße und in einer Hochgarage an der Südosttangente geben.

Eigenmittelfreie Wohnungen

Besonders attraktiv präsentiert sich dieses Bauprojekt auch von der Kostenseite für die zukünftigen Nutzer. Da der Grund in einem Baurecht vom WBSF zur Verfügung gestellt wird, fallen
maximal Eigenmittel in der Höhe von öS 2.000,-- pro Quadratmeter an. Diese werden von den Bauträgern teilweise aus Rücklagen vorfinanziert und den Mietern gestundet, sodass bei einem Teil der Wohnungen keine Eigenmittel anfallen. Die Mietkosten einer solchen eigenmittelfreien Wohnung werden bei rund öS 70,-- pro
Quadratmeter liegen.

Den Bauträgern wird auf Basis der Selbstkosten des WBSF ein Baurecht auf die Dauer von 53 Jahren eingeräumt. Ab Fertigstellung der Wohnungen entrichten die Bauträger einen Baurechtszins in der Höhe von öS 9,50 pro Quadratmeter und Monat.

Qualitäts- und Informationsmanagement

Aufgrund der Komplexität des Bauplatzes wurde ein neues
Modell für Bauvorbereitung und -durchführung entwickelt. Alle Wettbewerbssieger müssen einen Kooperationsvertrag unterzeichnen, um folgende gemeinsame Ziele zu erreichen: Gemeinsame Baustellenabwicklung, dadurch verkürzte Bauzeit und geringere Belastung für die Anrainer, gemeinsame Entwicklung von Lärmschutzmaßnahmen, Entwicklung weiterer Einsparungspotentiale, Erdgeschoßnutzung, Entwicklung eines gemeinsamen Spielplatzkonzeptes (Dach der Hochgarage wird Jugendtreff), Freiraumgestaltung. Auch die optimale Information zwischen Bezirk und Bauträgern soll durch dieses Management gesichert werden. Fragen wie die Nutzung der Geschäftslokale, sinnvolle Infrastruktureinrichtungen etc. sollen im Dialog zwischen Bauträgern und Bedürfnissen des Bezirks gelöst werden. Eine eigene Info-Hotline (4000/8081), die ab sofort eingerichtet ist, gibt Auskunft zu allen Fragen dieses Projekts. Sie ist Anlaufstelle für Wohnungs- und Geschäftsinteressenten, gibt aber ebenso während der Bauzeit den Anrainern Auskunft darüber, welche Arbeiten wann abgeschlossen sein werden.

Die Sieger

Bauplatz 1: Bauträger: Wiener Heim, SEG, Architekt:
Margarethe Cufer. Bauplatz 2: Bauträger: Arwag, Daheim, Architekt:
Hanno Ganahl, Walter Ifsits, Werner Larch. Bauplatz 3: Bauträger:
Österreichisches Kolpingwerk Architekt: Otto Häuselmayer
Bauplatz 4: Bauträger: Familienhilfe, Migra, Architekt: Walter Stelzhammer. Bauplatz 5: Bauträger: Gesiba, GSG, Architekt: Albert Wimmer. Bauplatz 6: Keines der vorgelegten Projekte konnte von der Jury zur Realisierung empfohlen werden. Die Jury kommt einstimmig
zu dem Ergebnis, dass dieser Bauplatz mit der beabsichtigten Ausschreibung der Hochgarage (Bauplatz 8) thematisch zu verbinden und neu auszuschreiben ist. Vor dem Sommer soll der Wettbewerbssieger feststehen.

Weiterer Ablauf:

Bis Juli 1999 Wettbewerbssieger Bauplatz 6 und Hochgarage,
Ende 1999/Anfang 2000 Detailplanung und Bauverfahren, Sommer 2000 Baubeginn, Sommer 2002 Fertigstellung (Schluß) su

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