Baugewerbe warnt: Hände weg von Wohnbauförderung und EVB

Lahofer: "21.000 Jobs stehen in der Bauwirtschaft auf dem Spiel"

Wien (PWK) - Das Baugewerbe warnt vor den jüngsten Plänen der Bundesregierung, den Wohnbauförderungsbeitrag erstazlos zu streichen und die Erhaltungs- und Verbesserungsbeiträge für Wohnungen der gemeinnützigen Bauvereinigungen zu reduzieren. "Wenn diese anvisierten 9 Mrd Schilling jährlich in die Kassen des Finanzministers statt in die Wohnbauförderung und die Erhaltung fließen, dann hätte dies eine verheerende Signalwirkung", erklärte Johannes Lahofer, Bundesinnungsmeister der Bauwerbe, auf einer gemeinsamen Pressekonferenz seiner Innung mit dem Österreichischen Verband der gemeinnützigen Bauvereinigungen. ****

Jeder Schilling Wohnbauförderung wird mit 2,50 Schilling bauwirksam. Würde man nun die Wohnbauförderung um 7,5 Mrd Schilling kürzen, dann bedeutet dies einen Verlust von 18,75 Mrd Schilling Bauvolumen. Kurzfristig werden 17.500 Beschäftigte in die Arbeitslosigkeit getrieben. Rechnet man die stetig wachsende Sockelarbeitslosigkeit in der Bauwirtschaft von weit mehr als 30.000 Menschen, dann könnten sehr bald 50.000 Beschäftigte auf der Straße stehen. "Das entspricht knapp der Hälfte der gesamten Mitarbeiter im Baugewerbe", so Lahofer.

Damit aber nicht genug. Wenn jetzt auch noch der Erhaltungs- und Verbesserungsbeitrag (EVB) bei den Gemeinnützigen um ein Drittel reduziert wird, dann stehen nochmals 3.500 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Macht in Summe rund 54.000 Jobs, die unwiederbringlich verloren sind. "Die Kosten, die dieses Arbeitslosenheer jährlich verursacht, stehen in keiner Relation zu den Einsparungen bei der Wohnbauförderung und dem EVB" stellte Lahofer fest.

Anstatt Arbeitsplätze zu vernichten könnten mit einer Umverteilung der Mittel in den nächsten Jahren tausende neue Jobs im Sanierungsbereich geschaffen werden. Über 1,5 Millionen Wohneinheiten, die zwischen 1945 und 1980 errichtet wurden, müssen in den nächsten Jahren gründlich saniert werden. Nicht nur bautechnisch, sondern auch durch thermische Sanierung und Verbesserung der Energieeffizienz. Das geschätzte Investitionsvolumen beläuft sich auf 250 Mrd Schilling in den nächsten 20 Jahren. Das sind 12,5 Mrd Schilling pro Jahr. Gerade die Althaussanierung ist ein besonders beschäftigungsintensiver Bereich. Investitionen in der Wohnungswirtschaft erzielen im gesamtwirtschaftlichen Vergleich die höchsten Multiplikatorwirkungen für die inländische Beschäftigung und Produktion. Laut WIFO sorgt eine Milliarde Schilling an Wohnbauinvestitionen im Neubau für 1.800 neue Arbeitsplätze, in der Althaussanierung sind es sogar 2.400.

Aber auch in der Restaurierung und Erhaltung von Kulturbauten steckt noch ein enormes wirtschaftliches und beschäftigungspolitisches Potential. Derzeit gibt es in Österreich rund 36.000 erhaltungswürdige, historische Bauten. Um dieses kulturelle Erbe für die Nachwelt zu erhalten, müssen in den nächsten 10 Jahren rund 151 Mrd Schilling investiert werden. Investitionen in die Restaurierung von Kulturbauten sind ebenfalls sehr arbeitsintensiv. Experten gehen davon aus, daß durch Sanierungen und Denkmalpflege 1,5 mal so viele Arbeitnehmer beschäftigt werden können als im Neubau.

"Dieses enorme Potential an Bauaufgaben würde eine wesentliche Konjunkturstütze für die Zukunft der Bauwirtschaft bedeuten. Der Anteil der Sanierungen am Förderungsaufkommen müßte jedoch drastisch erhöht werden, um arbeitsplatzintensive Impulse zu setzen" betonte Günter Tschepl, Geschäftsführer der Bundesinnung der Baugewerbe. Derzeit fließen nur ein Viertel der gesamten Wohnbauförderungsmittel von 24,5 Mrd Schilling in Sanierungen.

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