FORMAT: Geldwäsche-Ermittlungen gegen Wahl-Wiener und Jelzin-Freund Alexander Smolenski

Ölhändler aus Wien überlebt zum zweiten Mal Mordanschlag in

Wien (OTS) - Moskau =

Der Wahl-Wiener Alexander Smolenski, steinreicher
Chef der drittgrößten Bank Rußlands und Sponsor Boris Jelzins, hat den Schutz des russischen Präsidenten verloren. Das Moskauer Innenministerium bat Österreich um Rechtshilfe bei Ermittlungen wegen Geldwäscheverdachts. Dies berichtet das Nachrichtenmagazin FORMAT in seiner am Montag erscheinenden Ausgabe.

Laut FORMAT ist in der Vorwoche beim österreichischen Justizministerium ein Rechtshilfeersuchen des Moskauer Innenministeriums eingetroffen, in welchem dem mächtigen Chef der Bankengruppe SBS-Agro die Beteiligung an der Verschiebung von umgerechnet 300 Millionen Schilling vorgeworfen wird. Das Geld soll vom im Vorjahr in der Schweiz verhafteten Ex-Direktor einer kasachischen Handelsbank über ein Unternehmen Smolenskis geflossen sein.

Smolenski, dessen Mutter aus Wien stammt, hält sich laut Angaben von FORMAT seit zwei Wochen in seiner Villa in Wien-Hernals auf und leidet laut dem Bericht des Magazins an einer Erkrankung der Herzkranzgefäße.

Die neuen Ermittlungen des russischen Innenministeriums gegen den russischen Finanzmagnaten, der im Frühjahr 1996 den Wahlkampf von Präsident Boris Jelzin finanziert hat und zum Kreis der sieben mächtigen Oligarchen zählt, wertet der Sprecher der SBS-Agro, Edward Krasnyansky, als Intrige "linksradikaler Kräfte. Die Anschuldigungen sind falsch." Smolenski war bereits einmal, im April 1995, in einem Verfahren bei der Staatsanwaltschaft Wien vom Verdacht der Geldwäsche freigesprochen worden.

Wie FORMAT außerdem berichtet, ist am Abend des 5. März im Westen Moskaus ein seit fünf Jahren in Wien lebender Ölhändler nur knapp einem Mordanschlag entgangen. Bei dem Mann handelt es sich um den 48jährigen Jewgeni Rypine, Eigentümer der Ölhandelsgesellschaft East Petroleum mit Sitz im Wiener Palais Harrach. Laut FORMAT wurde die Wolga-Limousine Rybines von einem Granatwerfer getroffen. Der Chauffeur starb, zwei Leibwächter, auf die anschließend aus Maschinenpistolen gefeurt wurde, überlebten schwer verletzt. Der Ölhändler überlebte, weil er wenige Minuten vorher im Haus seiner Schwester ausgestiegen war.

Auf Rybine war am 27. November des Vorjahres bereits ein Mordanschlag verübt worden: Er blieb nach Schüssen aus einer Maschinenpistole allerdings unverletzt. Rybine, der an einem unbekannten Ort untergetaucht ist, macht den Chef des russischen Ölkonzerns Yukos, den Oligarchen Mikhail Khordokovsky, für die beiden Anschläge verantwortlich.

Bereits im Dezember begründete er dies gegenüber FORMAT: "Ich besitze Anteile an einer Ölgesellschaft, die Ende 1997 mehrheitlich von Yukos übernommen wurde und seither systematisch ausgeplündert wird." Der Ölhändler hatte gegen Yukos bereits im vergangenen Herbst in Wien ein Schiedsgerichtsverfahren angestrengt und fordert die Rückzahlung von umgerechnet 1,1 Milliarden Schilling.

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