Ein Jahr Frauen-Nachtarbeit in der Metallindustrie

Gewerkschaft will Anteil gering halten

Wien (Metallergewerkschaft/ÖGB). Am 16. März 1998 haben die Metallergewerkschaft und die Sektion Industrie und Gewerbe in der GPA mit den Arbeitgebervertretern der Metallindustrie die erste kollektivvertragliche Regelung über Frauen-Nachtarbeit abgeschlossen. Eines der Ziele dieser Regelung war es, in arbeitsmarktpolitisch schwierigen Zeiten neue Arbeitsplätze für Frauen zu schaffen und Verlagerungen ins Ausland zu vermeiden.++++

Der Kollektivvertrag steckt den Rahmen für Betriebsvereinbarungen über die Einführung von Nachtarbeit in den Betrieben ab. Die Gewerkschaften erklärten ausdrücklich, daß sie keiner Betriebsvereinbarung zu-stimmen würden, die nicht mindestens 10 % Zeitzuschlag oder einen gleichwertigen Geld-zuschlag (über die kollektivvertragliche Nachtarbeitszulage hinaus) vorsieht.

Die Kernpunkte des Kollektivvertrages sind:

Freiwilligkeit und Schutz der jetzt Beschäftigten
Rückkehrrecht auf einen Tagesarbeitsplatz
Gesundheitsuntersuchung auf Kosten des Arbeitgebers und in der Arbeitszeit

Ausschreibungspflicht für Tages-Arbeitsplätze und vorrangiger Anspruch für NachtarbeiterInnen

Rücksicht auf den Besuch von Weiterbildungskursen Rechtswirksamkeit der Betriebsvereinbarung nur bei Gewerkschaftszustimmung

Unterstützung für Kinderbetreuungseinrichtungen

Bis dato haben 16 Betriebe Vereinbarungen über die Nachtarbeit von Frauen abgeschlossen. Betroffen sind rund 2.100 Arbeitnehmerinnen. Unter den größeren Betrieben sind: AT&S (Stmk), Delphi Packard Austria GmbH (Bgld), Collini GmbH (Vbg), Erku Präzisionsteile GmbH (OÖ), Flextronics Althofen (Ktn), Hirtenberger Präzisionstechnik GmbH (NÖ), TRW ORS GesmbH (Sbg);

Monika Kemperle, Frauensekretärin der Metallergewerkschaft, ist
mit dem derzeitigen Stand zufrieden: "Unser Ziel ist, dass so
wenig Beschäftigte als möglich in der Nacht arbeiten. Wo Nachtarbeit erforderlich ist, soll sie aber klar geregelt sein." (Bac-)

ÖGB, 19. März 1999 Nr. 129

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