Vladyka: ÖVP gefährdet Frauenarbeitsplätze in der Kinderbetreuung

Welche Gründe spielen mit, daß die Volkspartei keine Kindergruppen will?

St. Pölten, (SPI) - "Mit ihrer ideologisch motivierten Haltung gegen die Kleinkinderbetreuung in Kindergruppen stellt sich die VP-Niederösterreich nicht nur gegen die Interessen der Frauen und Familien, ja sie gefährdet sogar wissentlich viele Frauenarbeitsplätze in diesem Bereich. Dies ist allen Niederösterreicherinnen und Niederösterreichern nach der gestrigen Polemik der Volkspartei gegen Kleinkindergruppen einmal mehr deutlich vor Augen geführt worden. Das nämlich diese Betreuungsform nachgefragt wird und von den Frauen und Familien sehr geschätzt wird, beweisen die langen Anmeldelisten der bereits bestehenden und hoch ausgelasteten Kleinkindergruppen. Das diese Einrichtungen nach der Kürzung von AMS-Förderungen mit finanziellen Schwierigkeiten zu kämpfen haben, ist der Volkspartei offensichtlich nur ein Schulterzucken wert - ja sie weigert sich sogar, notwendige Unterstützung zur Erhaltung der Arbeitsplätze - vor allem Teil- und Vollzeitarbeitsplätze für Frauen - zu geben", stellt SP-Landtagsabgeordnete Christa Vladyka heute fest.****

Der Zeitraum vom Ende der Karenzzeit bis zum Kindergarteneintritt stellt für viele Frauen und Familien ein Problem dar. Die Kinderbetreuung ist eine der zentralen gesellschaftlichen Aufgaben, die sowohl für das Wohl der Kinder als auch für die Bedürfnisse und Notwendigkeiten der Lebensgestaltung der Eltern vorrangig ist. Ein besonders enger Zusammenhang besteht zwischen der Arbeitslosigkeit von Frauen und dem Fehlen von ausreichenden Möglichkeiten der Kinderbetreuung. Ein Problem, mit dem sich viele Mütter und Väter konfrontiert sehen, ist die Betreuung von Kindern bis zum Eintritt in den Kindergarten. Während in einem Teil der Fälle das System der Tagesmütter Abhilfe schaffen kann, versuchen in anderen Fällen Kindergruppen dem Problem beizukommen. Denn eines steht fest:
Tagesmütter können nicht den ganzen Bedarf abdecken, ja sie sind in manchen Landesteilen auch nur schwer zu finden.

Deshalb stellten die NÖ Sozialdemokraten im NÖ Landtag bereits einen Antrag betreffend dem Ausbau der Kleinkinderbetreuung in Niederösterreich. Um eine optimale Betreuung sicherzustellen, sollen in den Kindergärten sogenannte "Kiddy-Gruppen" für Zwei- bis Dreijährige - mit maximal 10 Kindern pro Gruppe - eingerichtet werden. Weiters soll es zu einer finanziellen Gleichstellung von Kleinkinderbetreuungseinrichtungen mit den Landeskindergärten kommen, denn damit verbunden wäre auch eine Verbilligung der Elternbeiträge für diese Betreuungsform. "Maßgebliche Fachleute befürworten die Betreuung in Kleinkindergruppen. Das Betreuungspersonal ist bestens geschult, die Kinder erleben die Dynamik einer Gruppe, die sie in späterer Zeit auch im Kindergarten und in der Schule wiederfinden, bereits im Kleinkindalter. Das bringt viele Vorteile mit sich, die sich positiv auf die weitere Entwicklung auswirken", so Vladyka.

"Die Motivation der ÖVP, warum sie den Familien und Frauen in Niederösterreich keine wirkliche Wahlmöglichkeit in Sachen Kleinkinderbetreuung geben will, kann aber auch wirtschaftliche Gründe haben. So stellt das VP-nahe Hilfswerk das Groß der Tagesmütter, während die Kleinkindergruppen maßgeblich von Trägervereinen, aber auch Gemeinden geführt werden. Auch darin kann die Ablehnung der ÖVP zurückzuführen sein, die die Kleinkinderbetreuungseinrichtungen offensichtlich finanziell ausbluten möchte. Das sie damit auch viele Frauen, die mangels Betreuung ihren Beruf aufgeben müssen, vor teils existenzielle Probleme stellen, findet in den Überlegungen der ÖVP offensichtlich keine Beachtung. Besonders verwerflich ist, daß die ÖVP in diesem Zusammenhang mit den Mitteln der Kinderbetreuungsmilliarde argumentiert, die, wie selbst die Volkspartei wissen müßte, nur für Aus- und Neubauten, nicht jedoch für den laufenden Betrieb und damit für die Personalkosten von Kinderbetreuungseinrichtungen zur Verfügung stehen. Wenn diese Mittel des Bundes nicht vorhanden wären, so hätte es die NÖVP wahrscheinlich schon geschafft, die Kinderbetreuung in Kleinkindergruppen komplett "aussterben" zu lassen", so Abg. Vladyka abschließend.
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