VOTRUBA : PLATZ MUSS AUCH FÜR DIE SCHWÄCHEREN SEIN

LR Votruba eröffnet Psychosozialen Dienst in Hollabrunn

St. Pölten (SPI) Wir leben in einer Zeit und in einer Gesellschaft, der zunehmend Kälte attestiert wird, in der Leistung alles zählt und Menschlichkeit immer weniger. Wir jagen dem technologischen Fortschritt mit immer größerem Tempo hinterher und die Maximierung von Gewinnen ist längst nicht mehr nur wirtschaftliches Prinzip. In unserer Gesellschaft muß aber auch Platz für die Schwächeren sein, die dabei nicht mitkommen, erklärte Landesrätin Traude Votruba Mittwoch bei der Eröffnung des neuen psychosozialen Notdienstes in Hollabrunn."Ich habe die Angst, daß in dieser Gesellschaft irgendwann kein Platz mehr für Menschen da sein wird, die da nicht mehr mit-wollen oder mit-können. Denn dann hat unsere Gesellschaft aufgehört, eine humane zu sein - und dagegen gilt es mit allen Mitteln anzukämpfen", betonte Votruba.

In diesem Spannungsfeld einer zunehmend allen menschlichen Werten absagenden, sich dem reinen Konsum- und Leistungsdenken unterwerfenden Gesellschaft haben es schon jene schwer, die im Vollbesitz ihrer geistigen und körperlichen Kräfte sind. "Aber einige, leider immer mehr, halten diesem Druck nicht stand, erliegen der Angst und flüchten in Traumwelten - und / oder werden krank. Damit schlägt dieser unmenschliche Mechanismus der Leistungsgesellschaft noch brutaler und diskriminierender zu, gerade im Bereich der psychischen und ohnehin in der Gesellschaft seit Jahrhunderten stigmatisierten Krankheiten", warnte die Landesrätin. "Krank zu sein oder es auch nur ein wenig schwerer zu haben, darf aber nicht zu gesellschaftlicher Stigmatisierung führen, ganz egal wie weit man von jener Norm entfernt ist, die als derzeitige Regel gilt", so Votruba weiters.

Gerade diese Menschen bedürfen unserer besonderen Hilfe und Unterstützung, und ich meine, sie haben ein Recht darauf. Ein Recht auf ein in der Gesellschaft integriertes Leben. Und in Anerkennung dieses Rechts haben wir die Pflicht, ihnen dabei zu helfen, stellte die Landesrätin klar. "Der Psychosoziale Dienst Hollabrunn ist eines der Instrumentarien gegen Ausgrenzung und Stigmatisierung, gegen Vorurteile und Vorverurteilungen, für Integration und selbstbestimmtes Leben. Und nicht als politische oder soziale Pflichterfüllung, sondern aus einem tiefen Verständnis der Achtung und der Wertschätzung gegenüber Menschen, die von der Norm ein wenig oder ein wenig weiter entfernt sind. Denn genau im Umgang mit diesen Schwächsten unserer Gesellschaft liegt das Maß unserer humanen Reife", hob Votruba abschließend hervor.
(Schluß)nk/wb

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