Turbulenzen in der Druckindustrie / Fusionen und Übernahmen finden kein Ende / Marktanteilsverschiebungen in Milliardenhöhe stehen bevor

Mainz (ots) - Weltweit ist der Druckmarkt in einem dramatischen Umbruch. Ein Jahr vor dem 600. Geburtstag des Buchdruck-Erfinders Johannes Gutenberg, den Amerikaner zum Mann des Jahrtausends gekürt haben, ist die Welt der Drucker nicht mehr so wie sie war:
Dramatischen Umsatzeinbrüchen und Pleiten bei nicht wenigen Herstellern und Anwendern in den letzten Jahren folgen Re-Organisationen, Fusionen und Verschiebungen von Marktanteilen in Milliardenhöhe, wie der Branchendienst columnum, Mainz, berichtet. Das Gesamtpotential der Investitionen in Geräte und Maschinen in der Druckindustrie beträgt weltweit rund 40 Milliarden DM bei ca. 5 % Wachstum pro Jahr.

Prepress-Marktführer Agfa Gevaert schließt das Werk in Neu-Isenburg (650 Arbeitsplätze stehen zur Disposition), die Gruppe formiert sich neu und verlagert das Marketing-Headquarter von Antwerpen nach Genf. Agfa, ein Unternehmen der Bayer AG, löst sich von der Muttergesellschaft und steht vor der geplanten Börseneinführung unter starkem Kostendruck. Hinzu kommt verschärfter Wettbewerb. Der Fotokonzern Fuji strebt zum Mega-Branchenevent DRUPA 2000 aggressiv die Marktführerschaft im Bereich Digital Imaging an und investiert internen Quellen zufolge mittelfristig rund 1 Milliarde Mark in neue Entwicklungen.

Im Druckbereich sieht es kaum anders aus. Stagnation und Ertragsschwäche herrscht bei den traditionellen Druckmaschinenherstellern wie MAN Roland und KBA. Newcomer im Markt wie Indigio, der mit Hewlett-Packard kürzlich ein Abkommen über Digitaldruckmaschinen geschlossen hat, muß sich reorganisieren und entläßt weltweit knapp 20 Prozent der Mitarbeiter. Foto-Riese Eastman Kodak, seit Jahrzehnten im grafischen Markt aktiv, verkauft seine 350 Millionen DM starke Digitaldruck- und Kopier-Division an die Heidelberger Druckmaschinen AG (Heidelberg) - und verabschiedet sich damit als Geräte-Anbieter aus der Druckindustrie. Kodak mußte im letzten Geschäftsjahr Umsatzverluste in Milliardenhöhe hinnehmen und will sich künftig auf den Markt der konsumnahen Digital-Fotografie konzentrieren.

Heidelberg, das seit 1997 mit Kodak das Joint-Venture-Unternehmen NexPress Inc., Rochester (USA), zur Entwicklungen eines neuen Digitalfarbdrucksystems betreibt, schickt sich damit an, den Markt der Drucksysteme nach unten hin abzuschotten, so die Recherchen von columnum. Durch den Einstieg in das Kopier- und Digitaldruckbusiness soll vor allem Wettbewerber Xerox Corp. attackiert werden. Und hier geht es um Milliarden-Summen: Heidelberg will sein Marktvolumen von derzeit rund 7,5 Milliarden DM per anno auf 12 bis 15 Milliarden DM ausdehnen. Gleichzeitig hat Xerox bekanntgegeben, durch eine weltweite Neuausrichtung des Konzerns die Druckindustrie als Schlüsselmarkt massiv anzugehen. Das Xerox-Management taxiert sein Potential in diesem Segment auf bis zu 25 Milliarden DM. Stillstand wird es in der Druckindustrie, die weltweit rund 500 Milliarden Mark umsetzt, durch den erbitterten Kampf der Hersteller sicher nicht geben. Im Gegenteil: In den rund 13 Monaten bis zur DRUPA 2000 wird der Wettbewerb sich voraussichtlich noch dramatisch verschärfen.

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