Greenpeace: Temelin-Beschluß droht schon kommende Woche

Greenpeace fordert sofort direkte Kontaktaufnahme des österreichischen Bundeskanzlers Klima mit seinem tschechischen Amtskollegen Zeman

Wien/Linz (OTS) - Entgegen Aussagen von
Konsumentenschutzministerin Prammer bei einer Pressekonferenz in Linz befürchtet Greenpeace, daß ein Temelin-Beschluß doch bereits für kommende Woche droht. Wie Greenpeace aus tschechischen Regierungskreisen erfahren hat, will die Prager Regierung - allen voran Premierminister Zeman - die Temelin-Entscheidung ohne große Diskussionen schon zu Beginn nächster Woche durchziehen. "Der Fertigbau des ersten Reaktors soll beschlossen werden, nur die Entscheidung über den zweiten soll aufgeschoben werden. Das ist inakzeptabel. Bundeskanzler Klima muß nun sofort direkten Kontakt mit seinem tschechischen Amtskollegen Zeman aufnehmen und ihn von der Sinnlosigkeit des AKW Temelin überzeugen. Temelin muß Chefsache werden," forderte Alexander Egit, Sprecher von Greenpeace.

Mit seinem West-Ost-Technologiemix stellt das AKW Temelin eine Gefahr für den gesamten europäischen Raum dar. Der Endbericht der Expertenkommission hat außerdem gezeigt, daß Temelin ein extrem unwirtschaftliches Projekt ist. Greenpeace fordert zudem die Einbindung der Bevölkerung Tschechiens und der Nachbarstaaten bei der Entscheidungsfindung. "Der tschechische Premier Zeman soll nun die österreichischen Angebote zur Energie-Zusammenarbeit annehmen und das AKW Temelin stoppen," forderte Greenpeace-Sprecher Alexander Egit.

Der Expertenbericht hat auch gezeigt, daß der in Temelin produzierte Strom völlig überflüssig sein wird. Zudem sprechen auch das äuße= rst ineffiziente Energiesystem der Tschechischen Republik (2-3 mal unter dem europäischen Durchschnitt) und der rückläufige Stromkonsum in Tschechien (im Jahre 1998 um weitere 1,8%) gegen eine Inbetriebnahme von Temelin. "Die Fakten zeigen eindeutig, daß das AKW Temelin ein völlig unnötiges Projekt ist. Das AKW Stendal in der ehemaligen DDR mit dem selben Reaktortyp ist aus sicherheitstechnischen und wirtschaftlichen Gründen nie in Betrieb gegangen. Das sollte auch für Tschechien Vorbildwirkung haben,” so Egit abschließend.

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