AK gegen Studiengebühren für Berufstätige an Fachhochschulen

Gehrer will unfaire Hürden für Arbeitnehmer, die sich weiterbilden

Wien (OTS) – Die AK spricht sich strikt gegen Studiengebühren für Berufstätige an den Fachhochschulen aus. Damit würden gerade junge Arbeitnehmer am Anfang ihrer Berufskarriere von der Weiterbildung abgeschreckt, die in ihrer Mehrheit noch keineswegs
zu den Gutverdienern gehören, kritisiert die AK den entsprechenden Vorstoß von Unterrichtsministerin Gehrer heute, Dienstag, in der "Presse" als ungerecht. Die AK erinnert daran, daß bereits zwei Drittel der Studierenden in Österreich gleichzeitig berufstätig sind, weil sie sich sonst ein Studium nicht leisten können. Sie würden mit Studiengebühren für Berufstätige bestraft, während ein Vollzeitstudium für Kinder von Besserverdienenden gebührenfrei wäre. Wobei die AK generell Studiengebühren an Fachhochschulen und Unis ablehnt.****

Gerade berufstätige Studierende, so die AK, kommen oft aus Arbeitnehmerfamilien, die sich ein Vollzeitstudium für ihre Kinder nur schwer leisten können. Die Fachhochschulen wurden auch als Angebot für Berufstätige, Frauen und ArbeitnehmerInnen aus dem zweiten Bildungsweg geschaffen, erinnert die AK – und es sei ein wesentlicher Fortschritt, daß es derzeit für 1.800 von insgesamt 8.000 Studierenden spezielle Fachhochschul-Studiengänge für Berufstätige gibt. Unter anderem damit, so die AK, wurden die Bildungschancen für studierende Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer verbessert. Mit Studiengenbühren für Berufstätige würden diese Chancen wieder zunichte gemacht, kritisiert die AK Gehrers
Vorstoß. Im übrigen wäre die Einführung von Studiengebühren für Berufstätige an den Fachhochschulen ein Dammbruch, auf den bald sowohl an den Fachhochschulen als auch an den Unis Studiengebühren für alle folgen könnten.

Statt an den Fachhochschulen Studiengebühren für Berufstätige einzuführen, müßten die Fachhochschulen zügig ausgebaut werden, fordert die AK. Im Jahr 2005 soll mindestens ein Viertel aller Studienanfänger die Chance auf einen praxisnahen Ausbildungsplatz an einer Fachhochschule bekommen. Im Fachhochschulentwicklungsplan müßte dazu nach Berechnungen der AK Bildungsexperten das Angebot an Studienplätzen für Anfänger von derzeit 2.600 auf mindestens 7.000 ausgebaut werden – immerhin mußten heuer von 6.000 Bewerbern um einen Studienplatz an Fachhochschulen 3.400 abgelehnt werden. Gleichzeitig dürfe der Bundeszuschuß pro Fachhochschulplatz nicht, wie derzeit geplant, bis 2005 auf dem derzeitigen Niveau
eingefroren werden. Dabei müsse es dann vor allem zusätzliche Plätze für Berufstätige, Frauen und Studierende aus dem zweiten Bildungsweg geben, fordert die AK.

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