Schwere Managementfehler kosten 430 Arbeitsplätze

Gewerkschaften fordern sofortige Aufnahme von Verhandlungen

Wien (Gewerkschaft Metall – Bergbau – Energie, Gewerkschaft der Privatangestellten/Sektion Industrie und Gewerbe/ÖGB). Nach
Ansicht der Gewerkschaften sind schwere Managementfehler die
Ursache der hohen Verluste und des geplanten radikalen Personalabbaus bei Waagner Biró in Wien und in Gleisdorf. Sie fordern die rasche und vollständige Einbindung der Betriebsräte in alle Entscheidungen.++++

Dass durch die geplanten Maßnahmen der Fortbestand von Waagner Biró-Binder dauerhaft gesichert sei, wie das die Konzernleitung verkündet, bezweifeln die Gewerkschaften. Die nun bekannt gewordenen Verluste hätten schon früher erkannt werden müssen. Die jetzt kolportierten "einschneidenden Maßnahmen" in letzer Sekunde gehen ausschließlich auf Kosten der Beschäftigten. Die Hoffnungen auf eine gesicherte Zukunft, die bei der Übernahme durch den Auricon Konzern entstanden waren, sind nicht eingetreten. Vielmehr haben sich die damaligen Befürchtungen der Betriebsräte bewahrheitet.
Die Gewerkschaften verlangen, dass alle Maßnahmen, die nun getroffen werden, über reine "Feuerwehraktionen" hinausgehen und die Zukunftsfähigkeit der Standorte gewährleisten.

Für die Metallergewerkschaft und die GPA–Sektion Industrie und Gewerbe hat nun die Einbindung der Betriebsräte in alle Verhandlungen Priorität. Sie verlangen die sofortige Aufnahme von Verhandlungen über einen Sozialplan für die betroffenen ArbeitnehmerInnen, wie das bei allen anderen Betrieben in
derartigen Situationen auch der Fall ist. Außerdem sollen alle Möglichkeiten, wie zum Beispiel Stiftungen, Unterstützungen durch die Stadt und den Wiener ArbeitnehmerInnenförderungsfonds (WAFF) ausgeschöpft werden.

In einer Betriebsversammlung morgen, Mittwoch, erwarten die Gewerkschaften vom Waagner Biró Management volle Information über die derzeitige wirtschaftliche Lage und über die geplanten Maßnahmen. Im Anschluss daran werden Betriebsräte und Gewerkschaften gemeinsam mit den Beschäftigten nächste Schritte planen.

ÖGB, 16. März 1999 Nr. 118

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