"Wiener Einstellungen"

Fotos von Lisl Ponger im Jüdischen Museum

Wien, (OTS) "Wiener Einstellungen" nennt Lisl Ponger ihre Fotoausstellung, die vom 16. März bis 2. Mai im Jüdischen Museum zu sehen ist. Es sind Foto-Einstellungen von Orten des ehemaligen jüdischen Wien, die die Fotografin präsentiert, zugleich aber auch Dokumente, die die Einstellung transparent machen, die Wien seinen Jüdischen Mitbürgern gegenüber an den Tag gelegt hat. Denn nur wenige Orte, die Ponger aufgenommen hat, lassen heute noch
erkennen, was sie dem Wiener Judentum früher bedeutet haben. Der Text zu den einzelnen Bildern - in der Ausstellung bewußt von den Fotos abgesetzt - gibt darüber Auskunft, was nicht mehr zu sehen ist, was verloren gegangen ist, was gewaltsam ausgelöscht worden ist.****

Für ihre Arbeit über Orte mit Bezug zum jüdischen Wien hat Lisl Ponger einen rein dokumentarischen Zugang gewählt. Grund dafür war nicht zuletzt, daß vom ehemaligen jüdischen Wien kaum etwas übrig geblieben ist. Einige verbliebene Zeugnisse der Vergangenheit - von wenigen, teils fragwürdigen Ausnahmen wie Gedenktafeln abgesehen - lassen sich nur mehr auf einer rein assoziativen Ebene erschließen. Letztlich dokumentieren Lisl Pongers Fotos, was nicht mehr da ist. Sie zeigen aber, was an
diesen historisch bedeutsamen Orten heute vorhanden ist. Unterstützt wird die fotografische Zugangsweise durch eine Beschriftung mit erläuternden Texten. Was die Bilder an der Oberfläche zeigen, ist das heutige Wien. Was sie durch die Beschriftung, das Vorwissen oder auch nur die Ahnung vermitteln,
ist das ehemalige jüdische Wien, z.B.: Wien 2, Zirkusgasse 2, Türkischer Tempel. Dem Foto zugeordnet ist eine zeitgenössische Beschreibung der ehemaligen Stätte. Die Diskrepanz zwischen dem Foto eines Neubaus oder eines inhaltlich keineswegs "jüdisch" zu definierenden Gebäudes und einer Beschreibung, welche die
eindeutig jüdische Vergangenheit beinhaltet, soll eine unangenehme Spannung in der Ausstellung erzeugen und die Interpretations-, wie auch die Assoziationsfähigkeit des Betrachters herausfordern.

Die Ausstellung "Wiener Einstellungen. Fotografien von Lisl Ponger" ist von 16. März bis 2. Mai im Jüdischen Museum Wien (Wien 1., Dorotheergasse 11) zu sehen. Das Museum ist Sonntag bis
Freitag von 10 bis 18 Uhr, an Donnerstagen von 10 bis 20 Uhr geöffnet. Kostenlose Führungen in deutscher Sprache: Jeden Sonntag um 11 und um 14 Uhr durch die aktuellen Sonderausstellungen, um 16 Uhr durch die ständigen Ausstellungen des Museums. Jeden
Donnerstag um 18.30 Uhr gibt es eine Führung durch die aktuelle Sonderausstellung. Eintritt 70 Schilling/40 Schilling ermäßigt. Anmeldung für Sonderführungen: Tel.: +43/1/535 04 31. (Schluß) gab/vo

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Dr. Martin Gabriel
Tel.: 4000/81 854
e-mail: gab@gku.magwien.gv.at

PID-Rathauskorrespondenz: www.magwien.gv.at/vtx/vtx-rk-xlink/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRK/NRK