Grüne gegen große Straßenverkehrsprojekte in Ostösterreich

Wien, (OTS) Den großen Straßenbauvorhaben im östlichen Niederösterreich und in Wien erteilen die Wiener Grünen eine Absage und sehen als wesentliche Alternative dazu den Ausbau des öffentlichen Verkehrs an. In einem Pressegespräch am Montag präzisierten die Landessprecherin der Wiener Grünen, Dr. Eva Glawischnig, und der Klubobmann der Wiener Grünen, Mag. Christoph Chorherr ihre Auffassung, daß "eine intelligente Verkehrs- und Wirtschaftspolitik statt einem Autobahnbau" in Zukunft notwendig seien. Sie untermauerten dies durch mehrere Punkte:

Glawischnig wies darauf hin, daß beispielsweise alle Verkehrsuntersuchungen aussagten, daß für die Nordautobahn kein Bedarf bestehe, und wies sowohl auf die PGO-Studie
"Verkehrskonzept Nordostraum Wien" (1998), als auch auf das NÖ Landesverkehrskonzept (1997) hin. Ein weiteres Beispiel sei die
6. Straßen-Donauquerung. Hier stelle selbst eine Studie der Magistratsabteilung 18 fest, daß "die Notwendigkeit einer 6. Straßen-Donauquerung nur dann abgeleitet werden kann, wenn die im Stadtentwicklungsplan gesetzten Ziele... wesentlich verfehlt werden". Auch das hohe ökologische Risiko für den Nationalpark spreche gegen das Projekt.

Chorherr forderte anstelle von insgesamt prognostizierten 30 Milliarden Schilling für die diversen Großprojekte von der Nordautobahn bis hin zur B 301, diese Finanzmittel in den Ausbau
des öffentlichen Verkehrs und in eine sinnvolle Beschäftigungspolitik fließen zu lassen. Die Arbeitslosenzahlen in Wien machten dies wünschenswert. Auch der Ausbau des öffentlichen Verkehrs im Wiener Stadtgebiet links der Donau müsse energischer vorangetrieben werden. Wenn überhaupt - so Chorherr - Großprojekte realisiert würden, solle dies auf der Basis privater Finanzierung erfolgen. Im Gegenzug sei er bereit, für den Ausbau des Wiener Radverkehrs, wo immer behauptet werde, es sei schwierig, private Sponsoren aufzutreiben, sich selbst um solche Sponsoren zu
kümmern.

Zur Umweltsituation erinnerten Glawischnig und Chorherr
daran, daß rund ein Viertel der CO2-Emissionen durch den Autoverkehr entstehe. Das vorliegende große Straßenbauprogramm mache eine deutliche Reduktion unmöglich, weil beispielsweise
durch die B 301 Entwicklungsimpulse am Wiener Stadtrand
entstünden, die wiederum zu neuen Verkehrsbelastungen führten. (Schluß) pz/bs

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