Der Wald als europäische Kulturlandschaft

Shedhalle nähert sich Thema von mehreren Seiten

St.Pölten (NLK) - Als zweite Ausstellung in der Reihe "Europäische Kulturlandschaften in Niederösterreich" präsentiert vom 11. April bis 10. Oktober die Shedhalle, als Ausstellungsraum bereits Bestandteil des künftigen NÖ Landesmuseums, die umfassende Schau "Wald etc.". Thema ist die herbe und waldreiche Urgesteinslandschaft im Herzen Europas bzw. der Anteil, den Niederösterreich daran hat, also das Waldviertel. Diese Region lag am Eisernen Vorhang und geriet daher in den letzten Jahrzehnten ins kulturelle, wirtschaftliche und politische Abseits. Landschaft und Bewohner wahrten Eigenheiten, die zu Klischees und Vorurteilen führten. Die Ausstellung stellt den Menschen, seine Arbeit, seine Leistungen und seine Geschichten in den Mittelpunkt und überprüft die alten Klischees. Die unkonventionelle Gestaltung erfolgt durch Architekt Checo Sterneck, ein künstlerischer Beitrag stammt vom Bildhauer Franz Xaver Ölzant, einem Waldviertler. Begleitende Ausstellungen von Gastmuseen aus den Nachbarländern runden die Ausstellung ab.

Als einzelne Ausstellungskapitel sind vorgesehen: "Die Wurzeln des Hochgebirges", eine Rückschau auf die Erdgeschichte; "Geburtstag eines Geisteswerkzeuges", eine Kulturgeschichte des Bleistiftes, der in Malerei, Musik, Literatur und Architektur eine unverzichtbare Rolle spielt. "Architektur und Inszenierung" erwartet den Besucher, der über Treppen und Rampen, Kuppen und Senken durch eine Bühnenlandschaft geführt wird. Das Thema "Warum Waldviertel?" bewältigen "Stadtflüchtlige", die sich vom Waldviertel angezogen fühlen und die eine besondere Wahrnehmung dieses Viertels haben. "Borstenviehhändler und Seidenfabrikanten" behandelt Besonderheiten der Waldviertler Textilindustrie mit starker sozialer Komponente. Der Abschnitt "Teiche" befaßt sich mit den landschaftsprägenden Fischteichen, die auch ein wichtiger Wirtschaftszweig und wichtiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen sind. "Holzarbeit" als Thema wurde von vielen bedeutenden Malern aufgegriffen, vor allem von Ferdinand Hodler. Die Flußperlenmuschel kommt nur mehr in kleinen Restbeständen vor, sie war aber einst Wirtschaftszweig, die Perle ein Machtsymbol. "Mohn/Mogn" befaßt sich mit der Waldviertler Pflanze, die das Landschaftsbild und das Image der Region prägt. Schließlich wird auch die Geschichte des Raubmörders Johann Georg Grasel dargestellt, ebenso wie Sagen des Waldviertels. Als wichtiger Wirtschaftszweig gilt auch die Glaskunst, als deren wichtiger Vertreter Johann Josef Mildner gilt, dessen Leben und Arbeit vor 200 Jahren dargestellt werden. Schließlich gibt es auch unter dem Titel "Der Blick von oben" Kartenansichten des Waldviertels zu sehen. Im April, Mai und Juni kommen ausländische Museen mit verwandten Themen auf Besuch: vom 11. April bis 16. Mai das Museum Wald und Umwelt aus Ebersberg bei München mit "Bücher aus Holz", vom 22. Mai bis 4. Juli das Museum in Sumary (Schütthofen) mit "Zündholzgeschichten" und vom 10. Juli bis 29. August das Pilsner und Budweiser Brauereimuseum mit einer Schau "Rund ums Bier".

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