Rotes Kreuz/Österreich Frühdefibrillation: Es ist soweit

Wien (ÖRK) - Die Frühdefibrillation durch ausgebildetes Sanitätspersonal ist keine rechtswidrige Handlung mehr. Ein Bundesgesetz, das den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Rettungsdienste in Österreich die Frühdefibrillation mit halbautomatischen Geräten erlaubt, ist heute, Donnerstag, in Kraft getreten. "Personen, die über eine Ausbildung zum Sanitätsgehilfen oder zur Sanitätsgehilfin verfügen oder im Rahmen einer ehrenamtlichen Tätigkeit gleichwertige Kenntnisse und Fertigkeiten erworben haben", so der Text des Gesetzes, "können berechtigt werden, Defibrillationen mit halbautomatischen Geräten durchzuführen", wenn ein Notarzt nicht oder nicht rechtzeitig zur Verfügung steht. "Das Österreichische Rote Kreuz hat bereits mit der Anschaffung der Geräte sowie mit der Ausbildung des Personals begonnen", erklärt Bernhard Jany, Pressesprecher des Österreichischen Roten Kreuzes.

Voraussetzung für diese befristete Berechtigung ist die erfolgreiche Absolvierung einer fünfzehnstündigen Ausbildung. Jeweils nach einem Jahr wird diese Berechtigung überprüft und für ein weiteres Jahr erteilt. Das "halbautomatische Gerät", das bei der Frühdefibrillation zur Anwendung kommt, ist in der Lage, beim plötzlichen Herztod eine EKG-Diagnostik zu erstellen, um danach die Abgabe eines Elektroschocks zu empfehlen - oder auch nicht: "Diagnostiziert das Gerät kein Kammerflimmern, läßt es auch nicht zu, daß ein Elektroschock verabreicht wird", so Jany.

Bisher mußten sich die Rettungsdienste auf die Basisreanimation beschränken - die Defibrillation war den Ärzten vorbehalten. "Im Sinne einer gut funktionierenden Rettungskette ist nun die Frühdefibrillation innerhalb weniger Minuten vor Ort gewährleistet. Der Notarzt wird weiterhin sofort verständigt", erklärt Jany.

Das Österreichische Rote Kreuz möchte in diesem Zusammenhang mit Nachdruck darauf hinweisen, daß trotz technischen Fortschritts es weiterhin notwendig ist, daß möglichst viele Menschen Erste Hilfe Kenntnisse erwerben. "Die ersten Minuten dürfen im Notfall nicht verschwendet werden", so Bernhard Jany. "Sonst können wir fahren, so schnell wir wollen - und werden doch oft zu spät kommen." Die Ausbildung der Bevölkerung in Erster Hilfe ist daher dem Roten Kreuz ein besonderes Anliegen. Bei Bewußtlosigkeit, Atem- oder Kreislaufstillstand kommt es auf das rasche und richtige Reagieren der Ersthelfer an.

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Bernhard Jany
Tel.: (01) 58 900/151

Österr. Rotes Kreuz

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | ORK/ORK