Umweltdachverband ÖGNU: Natura 2000-Netzwerk ist voller Lücken und mangelhaft!

Hoher Nachholbedarf der Bundesländer im Naturschutz

Wien (OTS) - Am Montag, 15. März 1999 endet für die Naturschutzabteilungen der Bundesländer die Frist zur Nachnominierung für das europäische Netzwerk Natura 2000. Österreich hat sich gegenüber der EU-Kommission verpflichtet, Landschaften mit europaweit bedeutsamen Tier- und Pflanzengemeinschaften unter Schutz zu stellen und vor jeder Zerstörung bzw. Verschlechterung zu bewahren.

Die Bundesländer lassen allem Anschein nach die Frist verstreichen, ohne die Lücken im österreichischen Natura 2000-Netz zu schließen. Großen Handlungsbedarf haben insbesondere die Bundesländer Kärnten, Oberösterreich und die Steiermark. "Aus allen Landesteilen unken einem Rückzieher und halbherzige Lösungen entgegen. Für den Naturschutz ist das absolut unannehmbar", sagt Mag. Franz Maier, Geschäftsführer des Umweltdachverbandes ÖGNU.

In diesem Zusammenhang kritisiert die Vogelschutzorganisation BirdLife, daß für einige EU-weit schützenswerte Vogelarten die Ausweisung von Natura 2000-Gebieten noch völlig unzureichend ist; -etwa für die Blauracke in der Oststeiermark oder die Rauhfußhühner (Auerhuhn, Birkhuhn, ...) in den Alpen.

Rote Laterne nach Kärnten und Oberösterreich

Die rote Laterne teilen sich Kärnten und Oberösterreich. In Kärnten gibt es z.B. im Klagenfurter Becken kein einziges Natura 2000-Gebiet, obwohl sich die Region durch Verlandungszonen der Seen (mit den zu schützenden Lebensräumen Schneiderieder, Übergangs- und Schwingrasenmoore oder Schlammfluren) besonders auszeichnet.

Oberösterreich hat im Bundesländer-Vergleich den geringsten Natura 2000-Anteil. Während der Bundesschnitt bei 15 Prozent der Landesfläche liegt, sind es in Oberösterreich nur drei. Insbesondere müssen im Mühlviertel noch Bäche mit Weichholzauen, das Rannatal und der Böhmerwald mit seinen Mooren, Bürstlingsrasen sowie dem seltenen Böhmischen Enzian als Natura 2000-Gebiete ausgewiesen werden.

In Tirol führt kein Weg an einer Ausweisung des Lech als Natura 2000-Gebiet vorbei, befinden sich doch hier die bedeutendsten Alpenflußabschnitte mit der vom Aussterben bedrohten Deutschen Tamariske.

"Völlig unverständlich ist der Rückzieher der Steiermark bei den bereits fix vorbereiteten 21 Gebieten für Natura 2000," kritisiert Maier, "nur aus politischen Gründen wurde jetzt alles vom Tisch gewischt. Sämtliche Gebiete entsprachen auf Punkt und Beistrich den geforderten Kriterien."

Mit Betroffenen reden!

Gleichzeitig mit der Neuausweisung von Natura 2000-Gebieten fordert der Umweltdachverband ÖGNU die Bundesländer auf, betroffene Gemeinden und Grundstückseigentümer in kompetenten Veranstaltungen umfassend über Natura 2000 zu informieren. "Die Öffentlichkeitsarbeit wurde bislang sträflich vernachlässigt," meint Maier, "erst wenn man weiß, in welch wertvoller Landschaft man lebt, kann man sie erst schätzen und schützen."

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