FCG: "Kirche und Gewerkschaft geht es um die Menschen!"

Kardinal Schönborn zu Gast beim Bundesvorstand der FCG Wien (OTS) - Kardinal Dr. Christoph Schönborn, Erzbischof von Wien, stattete in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz der katholischen Kirche, dem FCG-Bundesvorstand einen Besuch ab. In seinem Referat legte er seinen Schwerpunkt auf die Tatsache, dass der Mensch im Mittelpunkt stehe und Ziel, ja Subjekt des Wirtschaftens sei, denn Wirtschaft darf nicht Selbstzweck sein. Hier trifft sich sehr allgemein gesehen, das Anliegen von Kirche und Gewerkschaft.

Der Kardinal sprach die Notwendigkeit an, der Arbeit, der Familie als Basis menschlicher Entwicklung, der sozialen Gerechtigkeit und der internationalen Solidarität, besonders Augenmerk zu schenken.

Christoph Schönborn beschloss seine Ansprache mit folgenden Worten:

"So sehr darauf gehofft werden darf, dass vernünftige ethische und soziale Regulative die Auswüchse der gegenwärtigen Globalisierung beschneiden werden, so bleibt doch eine ganz grosse Frage, der gegenüber wir wohl alle ratlos sind: Jedem, der nüchtern auf den heutigen Lebensstil blickt, der sich auf Grund der technologischen Entwicklung der letzten 100 Jahre herausgebildet hat, muss sich ernsthaft fragen, wielange diese Lebensweise möglich sein wird und auf welche Kosten sie geht. Die immer drängender werdende Frage der Nachhaltigkeit unseres Wirtschaftens und Handelns muss uns beunruhigen. Wie weit ist unser gegenwärtiger Lebensstil vor den Armen der Welt, aber auch vor den zukünftigen Generationen legitimierbar, deren Lebenschancen er nachhaltig verletzt? Ich glaube, dass nur ein neues intensives Bewusstsein von der Endlichkeit, der Begrenztheit des Menschen und der Welt uns ihrer Ressourcen hier einen langfristigen und nachhaltigen Wandel bringen kann. Es geht erneut um das Bewußtsein, dass, wie das Kirchenlied sagt, "wir nur Gast auf Erden sind", dass wir auf eine ewige Heimat zugehen und dass wir einmal vor Gott Rechenschaft über unser Leben zu geben haben. Ohne diesen Transzendenzbezug wird es schwer sein, jenes Potential an Verzicht, an Solidarität und an Opferbereitschaft zu erbringen, das unerlässlich sein wird, wenn unsere Gesellschaft und die Einzelnen und Gruppen ihn ihr ihre Anspräche mäßigen, ihre Möglichkeiten beschränken müssen. Umgekehrt erweist sich heute ein neu erwachender Glaube als eine Hoffnungskraft, die ungeahnte Ressourcen mobilisieren kann.

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