Muzik: Bauerndemo richtet sich an die falschen Adressen

Wo bleiben die Aktivitäten von Landwirtschaftsminister Molterer und LH Erwin Pröll?

St. Pölten, (SPI) - ”Die heutige Bauerndemo der Jungbauern betreffend der für die Landwirtschaft "heraufdämmernden” Probleme im Zusammenhang mit der Agenda 2000 hat hinsichtlich der Motivation unser vollstes Verständnis, allerdings wendet sich diese wohl politisch "aufbereitete” Aktion an die falschen Adressen. Seit Jahren ist in der Bundesregierung für die Agrarpolitik VP-Minister Molterer zuständig, seit Jahren stellt die ÖVP in Niederösterreich den Landeshauptmann, der in Person von LH Erwin Pröll im Bauernbund seine politische Heimat hat. Auch das Agrarressort ist in Niederösterreich seit Jahrzehnten fest in den Händen der ÖVP. Hier stellt sich wirklich die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer Aktion, die sich gänzlich an den tatsächlichen Verantwortlichkeiten "vorbeischwindelt””, stellt der Agrarsprecher der NÖ Sozialdemokraten, Abg. Hans Muzik, heute fest.****

Die Sozialdemokraten in Bund und Ländern verstehen die Sorgen und die Verzweiflung vieler Landwirte und wir werden den Bauern im Rahmen unserer Möglichkeiten jedwede Unterstützung geben. Mit ein Grund für die derzeitigen Schwierigkeiten ist nämlich die von der ÖVP über Jahrzehnte verteidigte und einzementierte Förderpolitik, die Großbetriebe über Gebühr bevorteilt. Bisher ist es so, daß flächenstarke Großbetriebe von allen Förderungen, die je Hektar bzw. je Anzahl der gehaltenen Tiere ausbezahlt werden, wesentlich mehr profitieren als durchschnittliche landwirtschaftliche Familienbetriebe. In Österreich ist aber die kleinstrukturierte Landwirtschaft von entscheidender Bedeutung. Die topographischen Gegebenheiten sind einfach für industriell orientierte Landwirtschaftsbetriebe ungeeignet, was aber sicher mehr Vorteile denn Nachteile bringt. ”Ökologisch verträgliche Landwirtschaft, Landschaftspflege und rücksichtsvolle Nutzung der natürlichen Ressourcen sind naturgemäß in kleineren Familienbetrieben eher ”zu Hause” als in Agrarfabriken”, so Muzik weiter.

Für ein Überleben zahlreicher Klein- und Mittelbetriebe ist es von besonderer Bedeutung, daß soziale Kriterien wesentlich stärker als bisher berücksichtigt werden. Einer sozial gerechten Verteilung sind aber die bisherigen Bestimmungsfaktoren - wie Fläche, Anzahl der Rinder, etc. - im Weg. "Wäre die Volkspartei in Bund und Ländern, aber auch die Konservativen in Brüssel nicht jahrelang gegen eine Änderung der Förderrichtlinien aufgetreten, könnte heute bereits ein gerechteres und sozialeres Fördersystem verwirklicht sein und viele Landwirte hätten weniger Sorgen über ihre Zukunft”, so der SP-Agrarsprecher abschließend.
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