Gewerkschaft ANG fordert "Nahrungsmittelgipfel"

"Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan, die Beschäftigten können gehen!"=

Wien (ANG/ÖGB). Der Bundesvorstand der Gewerkschaft Agrar-Nahrung-Genuss (ANG) wirft dem Meinl-Konzern Halbherzigkeit im Bemühen um den Weiterbestand des Fleischbetriebes in Wien - Inzersdorf vor. Gleiczeitig fordert die Gewerkschaft ANG Wirtschaftsminister Farnleitner auf, einen "Nahrungsmittelgipfel" einzuberufen. ++++

Nach dem verhinderten Zusammenschluss mit dem Rewe-Konzern sollen nun die ArbeitnehmerInnen die Zeche bezahlen. Weil Meinl meint,
mit seinen verbleibenden Gourmet-Filialen keinen eigenen Fleischbetrieb mehr zu benötigen, sollen 120 Beschäftigte schon demnächst auf die Straße gesetzt werden. Eine weitere Belieferung der künftigen Billa-Filialen passt weder Rewe noch Meinl in den Kram. Verkaufsverhandlungen werden offensichtlich so halbherzig geführt, dass sich bisher keine ernsthaften Interessenten gefunden haben. Trotz bereits laufender Sozialplanverhandlungen verlangt
die Gewerkschaft ANG daher verstärkte Bemühungen seitens Meinls, die Aufrechterhaltung des Fleischbetriebes als vorrangige Aufgabe
zu sehen.

Minister Farnleitner, bitte melden!

Zum wiederholten Mal fordert die Gewerkschaft ANG Wirtschaftsminister Farnleitner auf, endlich einen "Nahrungsmittelgipfel" einzuberufen. Die Situation bei Meinl, die Fusion der österreichischen Mühlen oder der ständige Strukturwandel in den Molkereien sollten dem zuständigen Minister endlich eine Reaktion entlocken.

"Hopfen und Malz - Gott erhalt’s" hat als Sprichwort hierzulande bald ausgedient. Noch dieses Jahr beabsichtigt die österreichische Brau Union den letzten eigenen Mälzereibetrieb in Wien-Liesing zu schließen.

Der Druck des Handels auf die Nahrungs- und Genussmittelhersteller hat sich im letzten halben Jahr, so dies noch möglich war, weiter verschärft. Es wird Zeit, dass Minister Farnleitner sich seiner Verantwortung um die österreichische Industrie und die Arbeitsplätze bewusst wird, meint die Gewerkschaft ANG abschließend. (Bac-)

ÖGB, 9. März 1999 Nr. 105

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