Neuer Tierschutz-Skandal: Verfassungsgerichtshof erlaubt betäubungsloses Schächten und setzt Landes-Tierschutzgesetze außer Kraft - von Tierarzt Dr. Franz-Joseph Plank

Wien (OTS) - Vor kurzem wurde ein skandalöses Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes bekannt: Ein Strafbescheid in 2. Instanz über lächerliche S 3.000,- gegen einen Landwirten in Vorarlberg, welcher wissentlich 26 Schafe an moslemische Türken verkauft hatte, damit diese entgegen dem geltenden Vorarlberger Tierschutzgesetz geschächtet, also ohne Betäubung geschlachtet würden, wurde nun vom VfGH aufgehoben. Begründung: "Die Nichtgestattung der Schächtung stellt eine Beeinträchtigung der verfassungsmäßig gewährleisteten Glaubens- und Gewissensfreiheit dar."

Somit trägt wieder einmal die ÖVP, die sich seit Jahrzehnten mit Zähnen und Klauen gegen ein Bundestierschutzgesetz im Verfassungsrang querlegt, die Hauptverantwortung, daß es zu einem derart skandalösen Erkenntnis kommen konnte. Da nämlich "Religionsfreiheit" in Österreich Verfassungsrang genießt - wie übrigens auch die "Freiheit der Kunst" (siehe Nitsch) -, ist der Tierschutz, der lediglich Landessache ist, weit untergeordnet. Somit konnten die Richter der Höchstgerichte "zu Recht" erkennen, daß jeder Mohammedaner (bzw. Jude) an jedem Ort und zu jeder Zeit - unter Mißachtung geltender (Landes-)Tierschutzgesetze - Tieren ohne Betäubung den Hals durchschneiden darf!

Wie dieses betäubungslose Schächten in der Praxis funktioniert, veranschaulichen folgende Zitate aus einem Fachartikel des deutschen Chirurgen Dr. Werner Hartinger:

Die anatomisch - physiologischen Vorgänge beim Schächten:

Wenn die Schächtung am gefesselten und niedergeworfenen Tier, entsprechend den Vorschriften, durch einen Schnitt mit einem Messer vorgenommen wird, durchtrennt man zunächst die vordere Halshaut. Dann folgen die Halsmuskeln, die Luftröhre und die Speiseröhre.

Jeder Mediziner oder Anästhesist mit operativer Erfahrung weiß, wie schmerzempfindlich Luftröhre und Speiseröhre sind, besonders aber der betroffene Kehlkopf, deren Verletzung selbst bei tiefer Narkose noch zu schweren reflektorischen Atemstörungen und Kreislaufreaktionen führt.

Durch die Durchtrennung verschiedener Nervenstränge kommt es zu einem Zwerchfellhochstand mit stärkster Beeinträchtigung der Lungenatmung, so daß das Tier neben seinen unerträglichen Schnittschmerzen auch noch zusätzliche Todesangst durch Atemnot erleidet. Diese Atemnot versucht es durch Hyperventilierung des Brustkorbes vergeblich zu kompensieren, was weitere Schmerzen verursacht und zu den schmerzhaft-angstvoll aufgerissenen Augen führt.

Während des langsamen Ausblutens thrombosieren und verstopfen vielfach die Gefäßenden der vorderen Halsarterien, sodaß regelmäßig nachgeschnitten werden muß. Und das alles bei vollem Bewußtsein des Tieres, weil beim Schächtschnitt die großen, das Gehirn versorgenden Arterien innerhalb der Halswirbelsäule ebenso wie das Rückenmark und die 12 Hirnnerven nicht durchtrennt sind und wegen der knöchernen Ummantelung auch nicht durchtrennt werden können.

Hängt man dann laut entsprechenden «Vorschriften» das Tier noch an den Hinterbeinen auf, so bleibt es infolge der noch ausreichenden Blutversorgung des Gehirns und des lebensrettenden Phänomens, daß der blutende Organismus seine Durchblutung zugunsten von Gehirn, Herz und Nieren bis auf Null reduziert, praktisch bis zum Auslaufen der letzten Blutstropfen bei vollem Bewußtsein.

Der Beweis hierfür wurde vielfach erbracht, indem man das Tier nach dem Ausbluten entfesselte. Mit der entsetzlich klaffenden Halswunde strebte es meistens voll orientiert bewegungsfähig und angstvoll dem Ausgang des Schlachtraumes zu und mußte durch den Bolzenschußapparat endgültig getötet werden.

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