Zeit des Tötens - Österreichische Hobbyjäger knallen Braunbären in Bulgarien ab

Wien (OTS) - Anfang März 1999 begann die diesjährige Jagdsaison auf Braunbären in Bulgarien. Österreichische Jagdreiseveranstalter und österreichische Hobbyjäger mischen im blutigen Geschäft kräftig mit.

Bulgarien ist eines der wenigen europäischen Länder, in dem es noch wild lebende Braunbären gibt. Im Südosten des Landes (Rila-Berge, Pirin-Berge und westliche Rhodopen) und in Zentralbulgarien leben Schätzungen zufolge etwa 500 Bären.

Die "International Union for Conservation of Nature and Natural Resources" (IUCN) bewertet den Braunbären in Bulgarien als gefährdete Art. In Bulgarien selbst gilt der Braunbär ebenfalls als gefährdete Art und ist seit Jänner 1993 eine geschützte Tierart. Die Gier nach dem Geld ausländischer Jagdtouristen hat allerdings bisher verhindert, daß der Schutzstatus effektiv umgesetzt und die Jagd auf Braunbären verboten wurde. Experten schätzen die Zukunft der bulgarischen Braunbärenpopulation als ungewiß ein. Bereits jetzt ist zu bemerken, daß die Population von Jahr zu Jahr kleiner wird.

Ungeachtet dieser Situation blasen ausländische Jäger, vor allem auch Österreicher zum Halali. Drei österreichische Jagdreiseunternehmen bieten dem interessierten Kunden Bärenjagden in Bulgarien an. Am 1.3.99 hat die Jagdsaison begonnen und die ersten Bärenjäger aus Österreich pirschen bereits durch die bulgarischen Wälder. Bulgarien ist nah und deshalb nicht besonders teuer. Um ATS 25.000.- ist eine achttägige Jagdreise zu haben. Die Spezialität der bulgarischen Bären ist ihre Größe. Bären mit einem Gewicht von mehr als 200 kg sind keine Seltenheit. Das dies keine Laune der Natur ist, sondern auf gezielte Beeinflussung durch den Menschen zurückzuführen ist, steht in keinem Jagdreisekatalog. Es ist nämlich üblich, Bären bei bestimmten Stellen regelmäßig zu füttern (Kirrplätze). Tatsache ist auch, daß in Bulgarien 2 spezielle Zuchtfarmen für Bären existieren. Dort werden Bären gezüchtet, aufgefüttert und dann freigelassen, um genügend Bären für den Abschuß bereitstellen zu können.

Mag. Erich Schacherl, Bärenfachmann beim THWA: "Bären in Bulgarien zu jagen, ist wieder typisch für die Gesinnung von Hobbyjägern. Egal ob die Bären gefährdet sind, wenn ein Hobbyjäger die Möglichkeit für den Abschuß eines von ihm begehrten Tieres bekommt und es sich leisten kann, dann ist der Tod des Tieres sicher. Wenn es im eigenen Land keine Möglichkeit für das Töten von Bären gibt, dann ab ins benachbarte Ausland. Hobbyjäger kümmern sich nicht um Hege, naturnahe Wildbewirtschaftung oder um Weidgerechtigkeit. Die ungeschminkte Gier auf das Töten von Tieren kommt zum Ausdruck."

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