GPA: Gegen ein neues Bildungsprivileg

GPA fordert Förderungsmaßnahmen im Bildungsbereich

Wien (GPA/ÖGB). Aus einer aktuellen Aussendung des Wissenschaftsministers geht eindeutig hervor, dass die soziale Herkunft von Studenten nach wie vor einen signifikanten Einfluss
auf den Studienerfolg hat: Studierende aus Akademiker- und Selbstständigenfamilien schließen mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit ihr Studium ab, als Kinder aus Arbeiter- und Angestelltenfamilien. Bei weiblichen Studierenden ist dieses Missverhältniss noch viel krasser. Damit drohe ein Scheitern jener Bildungspolitik, die vor dreißig Jahren mit dem Anspruch
angetreten ist, das überkommene Bildungsprivileg zu brechen, stellte Sallmutter in einer ersten Reaktion fest.***
Die Ursachen für diese Entwicklung sei nicht so sehr im Bildungssystem selbst zu sehen, als vielmehr in unzureichenden und sozial nicht ausreichend abgestimmten Fördermaßnahmen, betonte Sallmutter, denn es sei evident, dass Studierende aus einkommensschwächeren Familien noch immer in deutlich größerem Ausmaß neben dem Studium einer Erwerbstätigkeit nachgehen müssen, um die Lebenserhaltungskosten während der akademischen Ausbildung abzusichern. Es ist nur logisch, dass die Wahrscheinlichkeit unter diesen Bedingungen ein Studium auch zu beenden, deutlich niedriger ist, als bei jenen, die sich nicht um ihr Einkommen kümmern müssen.
Wenn der Anspruch - die Chancengleichheit auch im Bildungsbereich
zu verwirklichen - ernst genommen wird, so sind umfassende soziale Fördermaßnahmen für Studierende aus sozial schwachen Familien nötig. In erster Linie sind angesichts der vorliegenden Zahlen jedoch gezielte Frauenfördermaßnahmen, die den durch Geschlecht und soziale Herkunft doppelt benachteiligten StudentInnen zugute kommen. Die GPA denkt in diesem Zusammenhang vor allem an Stipendien, die den betreffenden Studierenden ein Studium ohne parallele Erwerbsarbeit tatsächlich ermöglichen, schloss Sallmutter.
ÖGB, 2. März 1999 Nr. 93

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