GBH: Jeder zweite Bauarbeiter arbeitslos!

Brauchen substanzielle Hilfe durch Struktur- und Arbeitsmarktfonds sowie Beschäftigungsimpulse

Wien (GBH/ÖGB). "Die Gewerkschaft Bau-Holz (GBH) ist dafür bekannt, dass sie eine sehr kritische Position gegenüber nicht schlüssige Maßnahmen und Vorschläge zur Beschäftigung bezieht. Sie bringt aber auch konkrete Vorschläge und ist auch jederzeit in der Lage, diese zu argumentieren. Verantwortlich für den dramatischen Arbeitslosenrekord von mehr als 100.000 arbeitslosen Menschen in
der Bau- und Holzwirtschaft, ist nicht das Wetter oder das Jahresbeschäftigungsmodell, sondern die Tatsache, dass die Warnungen und konkreten Vorschläge der GBH seit 1997 zu wenig
ernst genommen wurden", stellte heute der GBH-Bundesvorsitzende, Johann Driemer, zu den Arbeitsmarktdaten für den Februar fest.++++

Brauchen mittelfristige Festlegung des Bauvolumens

Gerade die ArbeitnehmerInnen in der Bauwirtschaft müssen jährlich wegen fehlender Bereitschaft der Wirtschaft und politischer Entscheidungen wiederkehrend in den Wintermonaten aus der Beschäftigung ausscheiden, weil es nicht gelingt, zumindest das öffentliche Auftragsvolumen kontinuierlich über das Kalenderjahr zu verteilen und die Bauwirtschaft zum Winterbau zu veranlassen.
Die Beschäftigungssituation der Bauarbeiter ist zur Zeit auf Grund tief greifender struktureller Veränderungen im Betriebs- und Auftragsbereich noch zusätzlich negativ betroffen.

Driemer: "Eine Sockelarbeitslosigkeit von durchschnittlich 40.000 BauarbeiterInnen kann nicht durch zusätzliche Aufträge in die Infrastruktur beseitigt werden. Nur eine mittelfristige Festlegung des Bauvolumens und eine gezielte Strukturanpassung in der Bauwirtschaft kann zur Stabilisierung der Beschäftigung am Bau führen."

Vorschläge liegen am Tisch

Unzureichend ausgebildete ArbeitnehmerInnen haben in der Bauwirtschaft zunehmend Schwierigkeiten, einen adäquaten Arbeitsplatz zu finden. Driemer: "Hier muss man das Problem an der Wurzel packen. Der Struktur- und Arbeitsmarktfonds, wie von der
GBH vorgeschlagen, kann jene ArbeitnehmerInnen, die weiter in der Bauwirtschaft Arbeit haben, durch Qualifizierungsmaßnahmen besser und bedarfsorientierter ausbilden." Aus Sicht der GBH ist es höchste Zeit, "dass sich die zuständigen Ressortminister und die Vertreter der Bauwirtschaft mit der Gewerkschaft Bau-Holz an einen Tisch setzen und im Interesse der Arbeit suchenden Menschen Nägel mit Köpfen machen. Erste positive Signale sind erkennbar." (ew)

ÖGB, 2. März 1999 Nr. 92

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Kurt Sabatnig
Tel. (01) 401 47/246

Gewerkschaft Bau-Holz

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB/NGB