Mehr Zeit für bessere Entscheidungen? WWF vermißt langfristige Konzepte bei Verhandlungen über Agenda 2000

Wien (OTS) - Bis zum nächsten Anlauf der Agrarminister zur Agenda 2000 am Donnerstag bleibt wenig Zeit für langfristige Konzepte und Visionen. Simone Lughofer, Landwirtschaftsexpertin des WWF Österreich: "Es wird viel darüber nachgedacht, wer wie viel zahlen muß - aber kaum darüber, wofür das Geld sinnvollerweise verwendet werden soll. Und da steht für uns der neue Ansatz einer ländlichen Entwicklungspolitik ganz oben auf der Wunschliste!"

Auch der neue Kompromißvorschlag von Österreichs Landwirtschaftsminister Molterer ist nach rückwärts gerichtet:
Molterer will, daß die Landwirte bis zum Jahr 2006 Preisausgleichszahlungen für Preise erhalten, die 1992 - also bis zu 14 Jahre vorher! - festgelegt wurden. "Schluß mit dem Gießkannenprinzip!" meint dazu Mag. Lughofer. "Der WWF fordert, daß die Preisausgleichszahlungen auslaufen und das Geld stattdessen in ländliche Entwicklung und Umweltprogramme fließt. Alles andere orientiert sich an der Vergangenheit statt an einer Vision für die Zukunft!"

Dabei soll die ländliche Entwicklung nach den Vorschlägen der Kommission die zweite Säule der Agrarpolitik werden. "Eine reichlich dünne Säule: Nur 7,5 Milliarden ECU sollen europaweit für die Entwicklung des ländlichen Raums und für Umweltprogramme ausgegeben werden. Zum Vergleich: rund 40 Milliarden ECU sind für Produktionsstützungen vorgesehen", so Mag. Lughofer. Die ländliche Entwicklungspolitik finanziert Naturschutzvorhaben, unterstützt den Aufbau regionaler Märkte, fördert den ökologischen Landbau und schafft Arbeitsplätze auch außerhalb der Landwirtschaft. "Diese Politik ist innovativ und löst Probleme im ländlichen Raum, anstatt sie zu zementieren. Daher muß dieser neue Ansatz die klassische Agrarpolitik ablösen und bereits ab dem Jahr 2000 aus der Agrarleitlinie finanziert werden - also aus Geldern, die bislang für Preisstützungen, Intervention und Kompensationszahlungen eingesetzt wurden", fordert Lughofer.

Weitere Informationen über den Zusammenhang von Agenda 2000 und Naturschutz erhalten Sie beim Hintergrundgespräch mit dem WWF und dem Bio-Bauern-Verband Ernte für das Leben am Donnerstag, 4. März 1999, 18.00, im Cafe Schottenring (Schottenring, 1010 Wien.)

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