Exporte nach West- und Südeuropa kräftig gewachsen

Handelsbilanz mit Italien fast ausgeglichen - Marktanteilsgewinne in der Schweiz - Spanienexport boomt

Wien (PWK) - "Die Märkte West- und Südeuropas haben ihren hohen Stellenwert für die österreichische Exportwirtschaft im Vorjahr noch weiter verstärkt", erklärte der Wirtschaftskammerdirektor für Außenwirtschaft und Integration, Egon Winkler, bei der "Außenhandelstagung Europa II" (Ländergruppe Italien, Fankreich, Schweiz, Spanien, Portugal, Griechenland, Türkei). Die Exporte in diesen Raum sind gegenüber 1997 um 11,7 Prozent auf insgesamt 174,5 Mrd S angewachsen und haben damit die Dynamik der österreichischen Gesamtausfuhren (+ 6,8 Prozent) weit übertroffen. Die Einfuhren lagen bei insgesamt 162 Mrd S (+ 5 Prozent), sodaß sich für Österreich auch ein beachtlicher Handelsüberschuß von mehr als 12 Mrd.S ergab. ****

"Bei den Lieferungen nach Italien, die 1998 um 11 Prozent auf 65,8 Mrd S anstiegen, wirkte sich auch im vierten österreichischen EU-Jahr der Binnenmarkteffekt positiv aus", sagte Winkler. In den letzten vier Jahren sei das Liefervolumen um rund 30 Prozent gewachsen. Die Handelsbilanz mit Italien, Österreichs zweitwichtigstem Handelspartner, sei nun fast ausgeglichen. (Importe 1998: 68,2 Mrd. S). Besonders hervorzuheben seien die Erfolge der heimischen Agrarprodukte und Nahrungsmittel - sie stellen bereits über zehn Prozent der gesamten Italienlieferungen dar. Das ist mehr als Österreich an diesen Produkten aus Italien einführt.

Dank einer kräftigen Steigerung der österreichischen Exporte in die Schweiz (um + 10,2 Prozent auf 38,4 Mrd S) rückte das westliche Nachbarland wieder auf seinen traditionellen dritten Platz unter unseren Abnehmerländern vor, den es 1997 an Ungarn verloren hatte. Österreich konnte überdies seinen Marktanteil in der Schweiz auf 4,2 Prozent (dem größten rot-weiß-roten Marktanteil in Westeuropa!) erhöhen. Deutlich ausgebaut wurde auch das österreichische Handelsbilanzaktivum mit der Schweiz: auf 10,2 Mrd S.

Dynamisch entwickelte sich der Warenaustausch mit Fankreich: die Lieferungen verzeichneten eine Zunahme von 10,4 Prozent auf 32,6 Mrd S, die Bezüge eine solche um 8,4 Prozent auf 40 Mrd S. Erfreulich auch hier die positive Entwicklung der österreichischen Agrar- und Nahrungsmittellieferungen, die nahezu 800 Mio S erreichten.

Den kräftigsten Exportschub (nicht nur innerhalb der besprochenen Ländergruppe, sondern auch innerhalb der gesamten EU) erzielte Österreich in Spanien mit + 26,3 Prozent auf 20,4 Mrd S. "Die Zahl der Spanienexporteure hat sich in letzter Zeit deutlich erhöht", erklärt Winkler das Spitzenergebnis. Vor allem viele kleinere Firmen hätten den Binnenmarktpartner Spanien, der sich gegenwärtig in vollem Wirtschaftsaufschwung befindet, entdeckt. Dadurch habe sich auch Österreichs Liefersortiment, das bisher von konzerninternen Lieferungen dominiert war, verbreitert.

Schwächer wuchsen die Lieferungen nach Portugal (+ 5 Prozent auf 3,1 Mrd S) und Griechenland (+ 3,3 Prozent auf 3,3 Mrd S). Vor allem das Handelsvolumen mit Griechenland sei für EU-Partner zu gering entwickelt, sagte Winkler. Intensivere Marktbearbeitung und mehr Präsenz seien vonnöten.

Die überdurchschnittlich hohen Zuwächse, welche die Türkeiexporte in den letzten Jahren registrierten, seien 1998 zwar erwartungsgemäß abgeflacht (auf + 3,4 Prozent). Mit einem Exportvolumen von 6,8 Mrd S bleibe die Türkei jedoch ein wichtiger Markt für Österreich, insbesondere für den Kraftwerksbau, so Winkler.

(Bei den hier angegebenen Außenhandelszahlen für das Gesamtjahr 1998

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