Notwehrreaktion auf Blockadepolitik des Sozialministeriums WK: Buchleitner soll nicht auf Kosten des Tourismus Wahlkampf veranstalten

SALZBURG (HKS). "Landeshauptmann-Stv. Gerhard Buchleitner sollte seine wahlkampfbedingten Dauerangriffe auf die Wirtschaft und insbesondere auf den Fremdenverkehr einstellen und endlich
sachlich die Situation in den Betrieben betrachten!" Dazu rief Wirtschaftskammerpräsident NR-Abg. Komm.-Rat Dr. Günter Puttinger den Landespolitiker am Montag, 1. 3. , auf. Daß Tourismusbetriebe mitunter Mitarbeiter "schwarz" beschäftigen, sei bedauerlich, aber nur allzu verständlich, so Puttinger: "Das ist eine
Notwehrreaktion auf die ständige Blockadepolitik des Sozialministeriums bei der Vermittlung von ausländischen Hilfskräften und auf die skandalöse Untätigkeit in der überregionalen Vermittlung von Arbeitskräften". Der Wirtschaftskammerpräsident unterstützt mit seiner Wortmeldung die Haltung der Sektionsleitung Tourismus und Freizeitwirtschaft, die
zu diesem Thema am Montag vormittag getagt hatte.
Während in den Tourismusorten Salzburgs 200 Fachkräfte und 400 Hilfskräfte bitter fehlen, gehen Köche und anderes Tourismus-Personal in Kärnten oder Ostösterreich stempeln. Man sollte tatsächlich abwiegen, so Puttinger: "Sollten Betriebe wirklich zusperren müssen und damit Arbeitsplätze auch der Einheimischen gefährden, nur weil die zuständigen Stellen säumig sind und kein Interesse an einer Lösung haben? An einer Verschärfung der Zumutbarkeitsbestimmungen und einer funktionierenden
überregionalen Arbeitskräftevermittlung geht deshalb kein Weg mehr vorbei!"

Zumutbarkeit von Job-Angeboten verschärfen

Notwendig sind strengere Sanktionen bei Vermittlungsverweigerung. Ignoriert etwa ein ortsungebundener Arbeitsloser aus Niederösterreich die Vermittlung nach Salzburg, so hat dies keinerlei Konsequenzen. Um die Zumutbarkeitsbestimmungen wirksamer zu machen, wäre eine Lockerung des "Berufsschutzes" notwendig, d. h. daß etwa einer arbeitslosen Textilarbeiterin die Stelle eines Zimmermädchens durchaus zumutbar ist. Dringend verbessert gehört die überregionale Vermittlung innerhalb Österreichs und zwischen der EU.
Die regionalen AMS müssen verpflichtet werden, auch in andere Bundesländer Arbeitslose zu vermitteln.
Die Salzburger Tourismusunternehmer sind es leid, ständig vor Saisonbeginn um ein ausreichendes Saisonnierkontingent "betteln"
zu müssen, kritisierte Puttinger die unhaltbare Situation. "Zuerst wird eine ganze Branche durch eine unsinnig restriktive Sozialpolitik künstlich in Schwierigkeiten gebracht, um dann von selbsternannten 'Tourismuspolitikern' der Marke Buchleitner
ständig öffentlich in Mißkredit gezogen zu werden. Das hat diese Branche, die in Salzburg Tausende Arbeits- und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellt, nicht verdient!"
Ginge es Buchleitner tatsächlich um die Bereinigung der Situation, würde er sich als Sozialpolitiker selbst bemühen, die für alle unbefriedigende Lage durch eine bessere überregionale Vermittlung von Arbeitskräften und eine treffsichere Arbeitsmarktpolitik zu verändern. Es scheint aber so zu sein, daß der Tourismus für Buchleitner einmal mehr als öffentlicher Reibebaum herhalten muß, um in Vorwahlzeiten Medienpräsenz zu bekommen.

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