"Laßt der Wirtschaft ihre Entwicklung!"

Bayerns Wirtschaftsminister und Kärntens Landeshauptmann diskutierten über Chancen in der EU

Wien (PWK) - "Die Wettbewerbsfähigkeit der Europäischen Wirtschaft am Beispiel Bayern" war das Thema des "Kärntner Wirtschaftskammerforums" am Donnerstag in der Wirtschaftskammer Klagenfurt. Dr. Otto Wiesheu, der Bayrische Staatsminister für Wirtscahft, Verkehr und Technologie, sieht Veränderung und Wandel in der Wirtschaftspolitik als Chance, nicht als Belastung. Informations-und Kommunikationstechnologie treiben die Globalisierung voran, Weltwirtschaftsräume öffnen sich und ein anderer Wettbewerb entsteht. "Die Wirtschaft muß die Kosten senken, dadurch verlieren viele ihre Arbeit", so Wiesheu. Die einzige Möglichkeit, mehr Arbeit zu schaffen, seien Investitionen und Innovation. "Stabile Arbeitsplätze gibt es nur in stabilen Unternehmen!", argumentiert Wiesheu. Politik, Wirtschaft und Gewerkschaft müßten gemeinsam die Rahmenbedingungen dafür erarbeiten: Eine Steuerreform müsse die Wirtschaft stärken und Arbeitnehmer müßten zur Förderung der Kaufkraft entlastet werden. Die Dauer von Genehmigungsverfahren müsse verkürzt werden. Infrastruktur und Forschungslandschaften müßten eingerichtet werden und der Mittelstand brauche Unterstützungsprogramme. "Nicht zuletzt ist ein verläßlicher politischer Kurs notwendig, der der Wirtschaft Hindernisse aus dem Weg räumt, und nicht Prügel vor die Beine legt", erklärte Wiesheu. ****

Auf diese Art schaffte Bayern den Sprung vom wirtschaftlichen Schlußlicht Deutschlands an die erste Stelle. Heute beträgt das Exportvolumen Bayerns 136 Mrd Mark. Der Freistaat verzeichnet einen anhaltenden Anstieg bei den Betriebsgründungen; 670.000 Selbständige in Bayern, der höchste Stand seit 30 Jahren, sprechen für sich. 11,7 Prozent Selbständigenquote unterstreichen das gute Gründerklima.

Landeshauptmann Dr. Christof Zernatto sieht für Kärntens Wirtschaft die gleichen Chancen. "Wir müssen unsere Ziele konsequent und auf Dauer verfolgen, damit Vertrauen in den Wirtschaftsstandort Kärntens wächst!", appelliert Zernatto.

Wirtschaftskammer Kärnten und Land Kärnten gingen den richtigen Weg: Durch das Gründerzentrum und den Gründerhelfer gab es im vergangenen Jahr um 600 Betriebsgründungen mehr als im Jahr zuvor. Das Internet für Unternehmer, die PowerBox für Betriebsübergeber und -übernehmer, der Beratungsscheck und vieles mehr wird bereits angeboten und angenommen.

Direkter Kontakt zwischen Politik, Wirtschaft und Bildung sei erforderlich und geschehe beispielsweise in Kärntens Fachhochschulen und an der Universität. "Die geopolitische Lage Kärntens, die Nähe zu Oberitalien, Slowenien und Kroatien, verlangt geradezu nach mehr Außenpolitik! Senza Confini darf nicht auf Olympia 2006 beschränkt werden!", so Zernatto.

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