Positive Bilanz der Integrations-Sprachoffensive vorgelegt

3.330 MigrantInnen in 229 Zusatzkursen, Beschäftigungsimpuls mit 19 Arbeitsplätzen

Wien, (OTS) Im Rahmen eines Pressefrühstücks zeigten sich die Wiener Integrationsstadträtin Mag. Renate Brauner, GR
Mag. Franz Karl und der Geschäftsführer des Integrationsfonds, DSA Hannes Seitner am Montag beeindruckt vom "tollen Erfolg" der Sprachoffensive (SPROFF). Das im Herbst 1997 initiierte Projekt,
so das einhellige Lob, wurde vom Wiener Integrationsfonds, dem Wiener ArbeitnehmerInnen-Förderungsfonds und vom Frauenbüro der Stadt Wien partnerschaftlich durchgeführt: Mehr als 3.330 MigrantInnen kamen in 229 Zusatzkursen unter. Brauner und Karl machten angesichts dieser Bilanz ihre Absicht deutlich, "die Sprachoffensive im Jahr 1999 konsequent fortzusetzen."****

"Dadurch", so Brauner, "ging das geplante Konzept auf. Die Kenntnis der deutschen Sprache für MigrantInnen sowie der Wille
zur Kommunikation bei vielen WienerInnen sind zwar nicht die einzigen, jedoch sehr wichtige Instrumente zu einem Miteinander."

"Erfahrungen belegen eindeutig, daß die Sprachkenntnisse des Aufnahmelandes zur besseren sozialen Integration von Migranten und Migrantinnen beitragen und somit die individuellen gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Aufstiegschancen erhöhen. Daß 10 Prozent der Teilnehmer und Teilnehmerinnen unter 20 Jahre, 40 Prozent zwischen 20 und 29 Jahre alt waren, zeigt das
vorhandende Interesse der Jungen und das zu nützende Integrationspotential", kommentierte Karl aus persönlicher Erfahrung als Pädagoge.

Erfolgreiche Bilanz im Detail: Vor allem Frauen wurden gefördert

Insgesamt fanden, wie der Fonds-Geschäftsführer Seitner erklärte, zwischen Februar und November 1998 229 Kurse statt. Dies waren 40 mehr als in den ursprünglichen Überlegungen zur Ausweitung des vorhandenen und vom WIF geförderten Kursprogrammes geplant. In die Extrakurse hatten sich 3.330 MigrantInnen eingeschrieben, darunter waren 2.150 Frauen und 1.180 Männer.

"Auch da haben wir unsere Vorstellungen auch qualitativ erreicht", so der Tenor Brauners: "Mit einem Frauenanteil von 65 Prozent konnten wir dem Bedürfnis vieler betroffener Frauen nachkommen. Es gelang den Verantwortlichen, mit einem speziellen
und lukrativen Kursplan, der etwa Kurse nur für Frauen oder Kurse mit Kinderbetreuung umfaßte, die weibliche Klientel für das Angebot zu begeistern."

Die Kursstandorte waren über ganz Wien verstreut und mit öffentlichen Verkehrsmitteln leicht erreichbar. Es wurden sowohl Tages- als auch Abend- und Wochenendkurse von mindestens 30 bis 90 Unterrichtseinheiten durchgeführt. Die Kurse waren optimal ausgelastet. Die KursteilnehmerInnen kamen aus insgesamt 89
Staaten, wobei die für Österreich traditionellen Zuwanderungsländer, Türkei und die Nachfolgestaaten des ehemaligen Jugoslawiens, die größten Anteile hatten. "In einem gewissen Sinne fand," wie es Seitner formuliert, "in den Deutschkursen eine interkulturelle Begegnung statt, die den MigrantInnen
untereinander einen Erfahrungsaustausch ermöglichte".

Starkes Feedback erhielt der WIF durch Beurteilungsbögen, die nach den Kursen ausgeteilt wurden. Die Beurteilung der TeilnehmerInnen war mit einer Gesamtnote von 1,5 (bei einem 5-stufigen Bewertungssystem) überwältigend positiv. Die Frage, ob sie im Kurs viel gelernt haben, bejahten fast 90 Prozent.

Erfolg durch Kursberatungsstelle: fast 2.500 Beratungskontakte, 19 Personen beschäftigt

Eine eigens eingerichtete Kursberatungsstelle fungierte als Informations- und Kommunikationsdrehscheibe einerseits zwischen
den InteressentInnen, andererseits zwischen den verschiedenen Kursträgern und ihrem unterschiedlichen Kursangebot. Beratung, Einstufung, unverbindliche Zuweisung von KursinteressentInnen, Kooperation mit den Kursträgern und Informationsvermittlung waren die zentralen Aufgaben der Kursberatungsstelle.

Allein im Zeitraum von Februar bis November 1998 ergaben sich 2.454 Beratungskontakte, die beispielsweise von den Außenstellen des WIF, den Ämtern für Jugend und Familie, Vereinen und Magistratsabteilungen vermittelt wurden. Besonders begrüßte Karl, "daß eines der zusätzlichen Ziele der Sprachoffensive, neue Arbeitsplätze für arbeitslose Junglehrer und -lehrerinnen zu schaffen, voll aufgegegangen ist." Insgesamt konnten 19 Personen, die zuvor als arbeitssuchend gemeldet waren, in einem Angestelltenverhältnis beschäftigt werden.

Brauner-Resumée: Fortsetzung wegen Erfolges

Zusammenfassend strich Brauner hervor, daß die
Sprachoffensive 1998 vielen MigrantInnen für einen begrenzten Zeitraum einen einfachen und kostengünstigen Zugang zu geförderten Sprachkursen und damit den Erwerb und die Erweiterung von Sprachkenntnissen ermöglicht habe. Sowohl die integrationspolitische als auch die frauenpolitische Zielsetzung wurde erreicht, was aufgrund vorliegender Daten nachvollziehbar
ist.

"Da über 50 Prozent der Kursbesucher und -besucherinnen", so GR Karl, "Maturaabschluß oder Hochschulabschluß besaßen, sollte sich die zweite Sprachoffensive verstärkt Menschen mit einem niedrigen Bildungsniveau widmen". Auch der Weg, einen Teil der
Kurse in engster Kooperation mit den Volkshochschulen durchzuführen, sollte fortgesetzt werden. Dadurch seien die Kurse in ein gutes System der Erwachsenenbildung eingebunden.

Der Wunsch nach einer Fortsetzung der Aktion Sprachoffensive ist sowohl von Seiten der Lernenden als auch von Seiten der Kursträger groß. Auch 1999 soll einer ähnlich hohen Zahl an MigrantInnen ein Deutschkursangebot zur Verfügung stehen. Bereits Anfang des Jahres lagen 800 Anmeldungen von TeilnehmerInnen, die
die Fortsetzung des absolvierten Kurses wollen, und neuen InteressentInnen vor. Die Kursanbieter sind aufgefordert, das Kursangebot für das laufende Jahr binnen der nächsten Wochen zu fixieren. Förderungsmittel der Stadt stehen bereit. (Schluß) wb

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