Cerwenka: Entschädigung für Habsburg-Kaisersöhne mehr als "entbehrlich”!

Will die Volkspartei ernsthaft eine Wiedereinführung der Herrscherrechte, der Vermögensrechte und der Adelstitel

St. Pölten, (SPI) – "Eine Entschädigung für die Habsburg-Kaisersöhne, wie dies im Rahmen der aktuell geführten Diskussion um die Rückgabe von geraubtem NS-Vermögen wieder in die Schlagzeilen der Presse zurückgekehrt ist, ist absolut
entbehrlich und wohl auch völlig unpassend. Es scheint gar, daß die beiden Habsburg Söhne Felix und Carl-Ludwig sich der Sprachregelung ihrer "Verwandten Otto und Karl” im Zusammenhang mit der World-Vision-Affäre anschließen und ihr Schicksal mit jenen von Millionen, aus rassistischen Gründen ermordeter und enteigneter Menschen, gleichzusetzen versuchen”, kritisiert der niederösterreichische Landtagsabgeordnete und SP-Kultursprecher Helmut Cerwenka.****

Als "Durchschnitts-Entschädigung” wird eine Summe von rund 70.000,- Schilling offeriert, die Habsburg-Söhne wollen Vermögenswerte, die mittlerweile Eigentum der Republik
Österreich und damit aller Österreicher wurden, in
Milliardenhöhe zurückfordern. Hier muß die Frage nach der rechtlichen, aber vor allem moralischen Rechtfertigung jener aufgeworfen werden, die heute in die Öffentlichkeit treten und
ihr "Recht” fordern. Diese Leute haben vor allem
Erklärungsbedarf gegenüber den Arbeitnehmern, den Bauern und den Klein- und Mittelbetrieben, die sich über Jahrhunderte hinweg
mit den absolutistisch Herrschenden zu arrangieren hatten und
ihre "gottgewollten” Rechte mit entsprechender Unterwürfigkeit
zu akzeptieren hatten. Wie gelangte diese Familie zu ihrem Vermögen? Wie gelang es jenen, die nur aus der Gnade der Geburt heraus herrschten, Milliarden an Vermögenswerten – von tausenden Hektar Grund bis zu Schlössern und Geschäftshäusern – anzuhäufen?

Zu einem Gutteil aus Kriegen, aus Enteignungen, aus
unfreiwilligen Schenkungen und wohl auch durch "Blut und Tränen” von Millionen Untertanen. Wer erkennt diesen Menschen die "Opferstellung” zu, wer fragt nach ihrem Recht auf "Entschädigung”? "Diese Fragen richte ich an Felix und Carl-Ludwig Habsburg – wer entschädigt die Familien, deren Männer, Frauen und Kinder für die Monarchie ihr Leben lassen mußten?”, so Abg. Cerwenka. "Die diesbezügliche Linie der Volkspartei, die eine Aufhebung der Habsburgergesetze fordert (dokumentiert durch Aussagen des zweiten Nationalratspräsidenten Heinrich Neisser),
ist für mich absolut unverständlich. Wünscht die Volkspartei einen Rückfall in die K&K-Zeit, will sie die Einführung der Herrscherrechte oder will sie sich nur als Lobbyist für den Adel etablieren? So wie sich die Volkspartei auch für steuerliche Privilegien für Burgen- und Schloßbesitzer einsetzt, stößt sie mit ihrem neuerlichen Habsburg-Vorstoß Millionen von "Normalbürgern” vor den Kopf.

"Die beiden Erzherzöge wurden nicht verfolgt, sie wurden nicht ermordet, das Vermögen der Monarchie fiel dem Nachfolgestaat – einer freien und demokratischen und vor allem einer von
gewählten Volksvertretern geführten Republik Österreich zu. Es fiel der Ersten Republik zu und damit allen Österreicherinnen
und Österreichern. Wenn sich die Habsburg-Sprosse bis heute
nicht damit abfinden können und sie sich weiter in "Seelenverwandtschaft” mit Millionen aus rassistischen Gründen ermordeter und verfolgter Menschen sehen, dann stellen sie sich
für den "Normalbürger” wohl außerhalb jedweden Verständnisses. Dann sollen sie aber auch das bleiben, was sie sind – ein Überbleibsel aus einer dankenswert überwundenen Zeit”, so Abgeordneter Helmut Cerwenka abschließend.
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