VP-Neuhuber: Vorschläge von LIF und AK sind realitätsfern

Wien (ÖVP-Klub) Enttäuscht zeigte sich heute ÖVP-Gemeinderat und Immobilienexperte Alexander NEUHUBER, daß auch das LIF in den derzeit beliebten Lizitationsprozeß "Wer bietet weniger" bei den Maklerprovisionen miteinstimmt und sich vor den Karren der Arbeiterkammer spannen läßt. "Sowohl die Bestandsaufnahme als auch die Lösungsvorschläge des LIF sind sachlich nicht vertretbar", so NEUHUBER.***

Auch die Arbeiterkammer vermische immer wieder Äpfel mit Birnen. "Ein europaweiter Schnitt von 3 % der Jahresmiete als Maklerprovision ist völlig ausgeschlossen, davon könnte kein einziger Makler in ganz Europa leben", äußerte NEUHUBER Zweifel an den Zahlen der Arbeiterkammer. Übersehen werde in der Diskussion meist auch, daß die geltenden Höchstprovisionen meist ohnehin nicht erreicht würden. Zwei Monatsmieten in Deutschland wären aufgrund des Mietniveaus betragsmäßig höher, als drei Monatsmieten in Österreich. Hierzulande bestehe außerdem ein besonders hoher Sozialwohnungsanteil, von dem der Makler ausgeschlossen ist. Insgesamt laufen in Österreich nur ca. 25 - 30 % der Immobilientransaktionen über Makler (in Holland beträgt dieser Anteil rund 85 %).

Falsch, so NEUHUBER, sei auch, daß Provisionen nicht leistungsorientiert wären, genau das Gegenteil sei der Fall. "Honoriert wird in Österreich der Makler nur für die erfolgreiche Vermittlung einer Wohnung. In allen anderen Fällen - auch bei noch so hohem Aufwand seiner Firma - geht er völlig leer aus."

"Besonders realitätsfremd ist das Beispiel von Hack mit der 600 Schilling Provision für die Vermittlung einer Mietwohnung," erläutert NEUHUBER weiter. Im Durchschnitt müsse man aufgrund der schwierigen Marktsituation heute nachweislich mit 20 bis 25 Besichtigungen pro Wohnungsvermittlung rechnen. "Ich rate Frau
Hack ernsthaft sich einmal 20 bis 25 Mal einen Handwerker ins Haus kommen zu lassen und dann festzustellen wie hoch ihre Honorarnote sein wird", meinte NEUHUBER.

Auch die angesprochenen Zusatzleistung wären größtenteils gar nicht möglich. So wäre eine Rechtsberatung sehr schnell mit Winkelschreiberei gleichzusetzen und eine Förderungsberatung angesichts der Tatsache, daß geförderte Wohnungen nicht von Maklern vermittelt werden dürfen, wohl kaum sinnvoll. "Auch bei
der Verpflichtung zur Tätigkeit irrt das LIF, diese ist im s.g. Makleralleinauftrag explizit vorgesehen", erklärte NEUHUBER.

Einzig gegenüber der Idee, daß der Auftraggeber (nicht notwendigerweise nur der Wohnungseigentümer) für die Vermittlungskosten aufzukommen hat ist NEUHUBER im Sinne einer zukünftig stärkeren Dienstleistungsorientierung der Branche offen. "Immer die Immobilienmakler als Prügelknaben herzunehmen ist langsam schon abgedroschen, besser wäre wenn sich Arbeiterkammer und politische Parteien gemeinsam überlegten, wie man das Image
der Branche und somit den Marktanteil verbessern könnte. Dann ließe sich auch über Anpassungen im Provisionssystem reden", schloß NEUHUBER. ***

*** OTS-ORIGINALTEXT UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER

VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS ***

Rückfragen & Kontakt:

Daniel KOSAK (Pressesprecher)
Tel.: (01) 4000/81913

ÖVP-Klub der Bundeshauptstadt Wien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | VPR/VPR