Arbeiterkammer bedroht 3.000 Arbeitsplätze

Bundesinnungsmeister Steller: "Eine Senkung der Höchstgrenze bei Maklerprovisionen können wir nicht mehr verkraften"

Wien (Pwk) - Die von der AK heute geforderte Senkung der gesetzlichen Höchstgrenze für Maklerprovisionen von derzeit drei auf zwei Monatsmieten lehnen die Immobilien- und Vermögenstreuhänder strikt ab. 1996 wurden die Provisionssätze mit Zustimmung der Arbeiterkammer ausverhandelt. Seit diesem Zeitpunkt sind die Mieten jährlich gefallen, der Wohnungsmarkt präsentiert sich heute als Mieter- und Käufermarkt. Der Aufwand für den Makler ist dadurch aber exorbitant gestiegen, ganz egal, ob er einen befristeten oder einen unbefristeten Mietvertrag vermittelt. Schon seit Jahren gibt es aber niedrigere Provisionssätze für befristete Verträge. ****

Völlig absurd ist die Behauptung der Arbeiterkammer, daß der Wohnungssuchende aufgrund von gesetzlichen Bestimmungen den Makler mitkaufen muß. Richtig ist, daß es einen freien Markt gibt und es jedem selbst überlassen ist, ob er sich zum eigenen Vorteil eines Maklers bedient oder nicht.

Erhebungen des Gallup-Instituts haben ergeben, daß 57 Prozent der Österreicher der Meinung sind, daß es in ihrer Gemeinde genügend Wohnungen gibt, 11 Prozent glauben sogar, daß es zu viele wären. Nur 23 Prozent sind der Ansicht, daß es zu wenige gibt. Vielmehr verhindern die gesetzlichen Bestimmungen, daß vom Vermieter eine Provision bezahlt wird, da diese Ausgabe nicht in den Hausausgaben Verrechnung finden darf.

"Die Diskussion über eine Reduzierung der Provisionssätze entbehrt jeder Grundlage", so Steller. "Die Ergebnisse aus der Studie sind bei den Haaren herbeigezogen. So wurde zum Beispiel nur Wien untersucht und Wien ist nicht Österreich. Auch kann man sogenannte "Testkäufe" und Preise aus Inseraten nicht mit tatsächlichen Abschlüssen vergleichen."

"Einen weiteren Aderlaß können wir nicht mehr verkraften", erklärt Bundesinnungsmeister Gerhard Steller. "Die Arbeiterkammer veranstaltet hier eine Hetzkampagne gegen unseren Berufsstand. Allein für die Hälfte der Wiener Makler würde es den endgültigen finanziellen Ruin bedeuten. Rund 3.000 Arbeitsplätze stehen dann auf dem Spiel", warnt Steller.

Steller begründet dies mit der wirtschaftlichen Situation der rund 3.000 Immobilienmakler, die bereits seit vier Jahren mehr als angespannt ist. Gerade im Niedrigpreissegment können die Gesamtkosten einer Vermittlung längst nicht mehr über die Provisionen hereingeholt werden. Ein Makler muß durchschnittlich 18.000 Schilling pro Vermittlung erwirtschaften, damit er zumindest kostendeckend arbeitet. Die Vermittlung durch einen Makler bietet für den Konsumenten Sicherheiten. Wenn dieses Wohnungsmarktsegment nicht mehr betreut werden kann, sind die Konsumenten dem dubiosen Schwarzmarkt ausgeliefert.

"Der Konsument genießt beim Makler eine Reihe von Dienstleistungen und ist durch die Haftung des Maklers geschützt. Diese Leistungen müssen jedoch auch honoriert werden, wie es bei Notaren und Rechtsanwälten eine Selbstverständlichkeit ist", so Steller. "Die Arbeiterkammer soll sich lieber um "Zahlungen ohne Gegenleistung" -wie zum Beispiel die Gebühren für einen Mietvertrag kümmern", fordert Steller. "Wir werden uns bemühen die Dienstleistung des Maklers noch zu verbessern und setzen hier verstärkt auf Aus- und Weiterbildung", bekräftigt Steller. "Der Konsumentenschutz ist auch für uns oberstes

Gebot, wer dagegen verstößt, muß mit entsprechenden Folgen rechnen".

Im Unterschied zu anderen europäischen Ländern ist die Maklerprovision in Österreich ein "All-Inclusivepreis", der erst bei erfolgreicher Vermittlung bezahlt wird. In anderen europäischen Ländern muß der Kunde für jedes Inserat extra zahlen und in England dürfen die Konsumenten sogar für das Aufstellen des Schildes "Zu vermieten" tief in die Tasche greifen. Zudem liegen die Mieten in vielen EU-Ländern im Durchschnitt viel höher als in Österreich und es gibt keinen geschützten Wohnungsmarkt. Bei der Vermittlung in anderen Immobiliensparten gibt es oft keinerlei Höchstgrenzen.

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