Forderung nach Reform der Sonderzahlungen als Einkommensreduktion demaskiert

Nürnberger: Soziale Sicherheit der Beschäftigten steht nicht zur Diskussion

Wien (Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie/ÖGB). Die Forderungen
aus der letzten Zeit, das 13. und 14. Monatsentgelt sei eine Bevormundung und würde die Beschäftigten um Zinsen bringen, weil die Auszahlung jeweils erst nach sechs Monaten erfolge, (u.a. LIF-Wirtschaftssprecher Helmut Peter, Oberösterreichs Wirtschaftslandesrat Christoph Leitl), seien, so der Vorsitzende
der Gewerkschaft Metall-Bergbau-Energie (GMBE), Rudolf Nürnberger, jetzt demaskiert. "Denn in Wirklichkeit wollen sie, wie die
Reaktion des Nationalratsabgeordneten Peter auf meinen Diskussionsbeitrag in der gestrigen "Presse" zeigt, innerhalb weniger Jahre die Beschäftigten um die Sonderzahlungen bringen", sagt Nürnberger.++++

Die Vorschläge vom Liberalen Wirtschaftssprecher Helmut Peter,
aber auch von Oberösterreichs Wirtschaftslandesrat Christoph
Leitl, würden bei den tatsächlichen derzeitigen Einkommen der Beschäftigten innerhalb kürzester Zeit die Sonderzahlungen aufsaugen, da rund eine Million Beschäftigte jährlich den Arbeitsplatz wechseln.

Nürnberger weist daher auch den Vorwurf des Abgeordneten Peter, er vergesse bei seinem Vorschlag, die Mindestlöhne an die Höhe der Ist-Löhne heranzuführen, die soziale Sicherheit, entschieden zurück. Nürnberger gehe es darum, die derzeitigen Einkommen der Beschäftigten zu sichern. "Mein Anliegen ist ja gerade die soziale Sicherheit. Denn es ist kein großer Beitrag zur sozialen Sicherheit, wenn eine Million Beschäftigte, die jährlich den Arbeitsplatz wechselt, in jedem neuen Job Lohneinbußen hat, wie
die Praxis zeigt."

"In der Metallindustrie sind die Sonderzahlungen im
Kollektivvertrag geregelt. Meine Vorschläge waren eine arbeitsrechtliche Betrachtung, wie man die Einkommen absichern
muss, wenn man die Sonderzahlungen in die Monatseinkommen integriert. Die steuerliche Begünstigung der Sonderzahlung ist in meiner Wortmeldung nie zur Diskussion gestanden," sagt Nürnberger. "Es ist geradezu ironisch, dass Peter davon spricht, die Steuerreformdiskussion sei auf die Sachebene zurückgekehrt, und
mir gleichzeitig vorwirft, ich vergesse die soziale Sicherheit. Nachdem die wahren Absichten nun klar und deutlich auf dem Tisch liegen, ist die Diskussion für mich jetzt beendet", so Nürnberger abschließend. (ew)

ÖGB, 26. Februar 1999 Nr. 87

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